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ERSCHIESSEN  ELEKTRISCHER STUHL  GALGEN  STEINIGUNG  GASKAMMER

GIFTSPRITZE  FALLBEIL  RICHTSCHWERT  VERBRENNEN  ERTRÄNKEN  ZWANGSARBEIT

 

Es gibt ein Gericht über Leben und Tod;  doch wer an seiner statt richtet, legt an Stelle des Holzfällers die Axt an den Baum.               LAOTSE

TODESSTRAFE

"Ich bin für die Todesstrafe, .... ich glaube, die rettet Leben!"    Nancy Reagan

"Ich bin für die Todesstrafe für Selbstmordattentäter."   Britney Spears

 

Das Verbot der TODESSTRAFE ist kein weltweit geltendes Völkerrecht. Auch ohne Übereinkommen beachten (oder geben es zumindest vor) die Staaten, dass einer Verurteilung ein faires Strafverfahren vorangegangen sein muss und dass die TODESSTRAFE nur bei sehr schweren Verbrechen ausgesprochen werden darf.
Zudem darf die Hinrichtung nicht grausam sein, Schwangere und Jugendliche sind von der TODESSTRAFE ausgenommen.

In den Europarat werden nur Staaten aufgenommen, in denen es die TODESSTRAFE nicht gibt. Das wird jedoch nicht so genau genommen. In 46 von 47 Mitgliedsländern gibt es keine Todesstrafe, Russland hat die Todesstrafe ausgesetzt (= Moratorium). Weißrussland vollstreckt Todesurteile und ist auch aus diesem Grund nicht Mitglied.
In einem Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention ist ein Verbot der TODESSTRAFE festgelegt. Dieses Zusatzprotokoll wurde bisher von Aserbeidschan, Lettland, Polen und Russland nicht ratifiziert. Stand Aug. 2010

2014 hinterlegte Polen seine Ratifizierungsurkunde:

 

Der Körper zuckt noch einige Sekunden und bleibt leblos hängen. Die straffen Beine baumeln leicht hin und her, und nach einer Weile fallen aus dem Hosenbein einige Tropfen einer dicken, braunen Flüssigkeit auf das Linoleum.

"Dekalog V"  PIESIEWICZ KIESLOWSKI

 


Quellen: Amnesty International,  www.deathpenaltyinfo.org
 

Wer Todesstrafe hört, denkt zunächst an die USA oder China. Dabei ist es gar nicht so lange her, dass in Frankreich Menschen auf der Guillotine endeten. Erst am 30. September 1981 wurde die Todesstrafe mit einem einfachen Gesetz abgeschafft. Am 19. Feber 2007 wurde das Verbot der Todesstrafe durch Aufnahme in die Verfassung endgültig.

Am 18. 12. 2007 nahm die UNO-Generalversammlung eine Resolution für die Einstellung aller Hinrichtungen an. 104 Staaten stimmten dafür, 54 dagegen, 29 enthielten sich.

 

Die Garrotte
Anfangs war die Garotte nicht mehr als ein aufrechter Pfosten mit einem Loch in der Höhe des Halses. Das Opfer wurde auf einem Sitz vor dem Pfosten gefesselt, und ein Seil wurde um seinen Hals gelegt. Die Enden der Seiles wurden durch das Loch im Pfosten gezogen. Der Henker zog nun langsam an beiden Enden des Seiles und erdrosselte so sein Opfer. Später wurde der Strick dann durch ein Metallband ersetzt.

 

In Russland erlebte die Todesstrafe während der Regierungszeit Iwans des Schrecklichen (1553-1584) einen Höhepunkt, als etwa 4.000 Menschen hingerichtet wurden.

Im als grausam bezeichneten 19. Jahrhundert gab es in Russland insgesamt "nur" 300 Hinrichtungen. Die Todesstrafe stand auf: Staatsverrat, Kriegsverbrechen und Verstöße gegen die Quarantäne bei Epidemien.

Von 1906 - 1912 holte man einiges nach, in diesem Zeitraum wurden 4.000 Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet. 1918/19 schaffte man sogar 9641 Hinrichtungen. 

Zwischen 1921 und 1954 gab es 643.000 Hinrichtungen; die Millionen Opfer des Gulag nicht berücksichtigt. 

Unter Chruschtschow wurden die Paragraphen, gemäß denen man hingerichtet werden konnte, um 14 neue erweitert. Jetzt konnte man für Devisenvergehen erschossen werden, für Diebstahl in besonders hohem Ausmaß oder auch für die Entführung eines Luftschiffs. So schaffte man von 1962 bis 1990 ein Tötungspensum von 24.000.
 
In China darf die Todesstrafe nur wegen extrem schlimmer Verbrechen ausgesprochen werden. Allerdings fallen 68 in diese Kategorie. Darunter Mord, Totschlag, Drogenhandel, Korruption, Steuerhinterziehung, Plünderung antiker Stätten, Fälschung von Umsatzsteuerbescheinigungen, Schmuggel wertvoller Metalle. Bis 1989 wurde auch das Erlegen eines Pandabären mit dem Tod bestraft.
2010 kam ein Gesetzesentwurf, der Wirtschaftsverbrechen, Entführung so wie Anstiftung zu Straftaten, - insgesamt waren es 13 Delikte -  von der Todesstrafe ausnahm. Weiters werden künftig Personen über 70 nicht mehr zum Tode verurteilt.

 

Die Enthauptung
Eine Hinrichtungsmethode mit langer Tradition.
Vollzogen von Scharfrichtern, deren Qualifikation für ihren Beruf nicht immer ausreichend war. Hielt der oder die Verurteilte den Kopf auf dem Richtblock nicht ruhig, tat er bzw. sie sich selber keinen Gefallen.

Dann konnte es passieren, dass der Scharfrichter sein Ziel - 20 Zentimeter Nacken - nicht beim ersten Hieb traf.
Bei knieenden Delinquenten war die Enthauptungen besonders schwierig. Das Schwert musste sehr scharf und der Scharfrichter sehr geübt sein. Bild rechts
Fortschritt in der Kopf-ab-Technik brachte die Guillotine.

 

Laut ai-Jahresbericht 2004 gab es noch in 76 Staaten die Todesstrafe. In 64 davon wurden insgesamt 7.395 Todesurteile gefällt. 3.797 Todesurteile wurden weltweit vollstreckt. Neben den „führenden“ Nationen China (> 3.400 Hinrichtungen), Iran (> 159), Vietnam (> 64) und den USA (59) führten noch in weitere 25 Staaten Exekutionen durch.

Im Jahresbericht 2005 reihte ai  http://www.amnesty.at/todesstrafe/  die Todesstrafenvollstrecker ähnlich: China (offiziell 1770 Hinrichtungen, nach Schätzungen 8.000), Iran (mind. 94), Saudi-Arabien (mind. 86), USA (60). 94 Prozent aller Hinrichtungen fanden in diesen vier Staaten statt.

2006 entfielen mehr als 90 Prozent aller - laut ai mindestens 1.591 - Hinrichtungen auf sechs Staaten: China (geschätzt 8.000), Iran (177), Pakistan (82), Irak (65), Sudan (65), USA (53). Für rund zwei Drittel der 90 % sorgt allein China (1.010). Todesurteile (mindestens 3.861) gab es 55 Staaten.
In 89 Staaten gibt es keine Todesstrafe, weitere 40 haben sie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr vollstreckt.
Stand 10/07

2007 wurden in den USA bis 1. November 42 Hinrichtungen vorgenommen. Nachdem der Oberste Gerichtshof im Oktober drei Exekutionen untersagt hatte, war vorerst mal Schluss mit Hinrichtungen.
Der
Iran steigerte sich auf 298 (im Jän. 2008 gab es mind. 27 Exekutionen).

Für 2007 meldete ai ~1.800 "offizielle" Hinrichtungen: China 1.010, Iran 335, Saudi-Arabien 143, Pakistan 135, USA 42.

2008 registrierte ai mindestens 2.390 "offizielle" Hinrichtungen: China 1.718, Iran 346 (die Nachrichtenagentur AFP zählte 246), Saudi-Arabien 102, Pakistan 36, USA 34. In den USA wurde die Todesstrafe für einige Monate ausgesetzt. Die Hinrichtungen wurden wieder aufgenommen, nachdem der OGH die Anwendung von Giftspritzen für zulässig erklärt hatte.

Für 2009 nahm ai in seine Statistik China nicht mehr auf. Mindestens 714 Hinrichtungen in 18 Staaten wurden erfasst: Iran 388, Irak 120, Saudi-Arabien 69, USA 52.
Die US-Stiftung Dui-Hua schätzt, dass
2009 in China 4.000 Hinrichtungen vorgenommen wurde. Andere Informanten nennen mindesten 10.000.

2010 registrierte das DPIC (Death Penalty Information Center) in den USA 46 Hinrichtungen, allein 17 (2009: 24) in Texas, weiters in Alabama, Ohio (8), Oklahoma, Virginia, Mississippi, Georgia, Florida, Louisiana, Arizona, Utah und Washington.
114 Personen wurden zum Tode verurteilt (2009: 112).
Auf ihre Hinrichtung warteten 3.261 Verurteilte (2009: 3.297), davon 717 in Kalifornien.
Quellen: DPIC + CJLF (Criminal Justice Legal Foundation)

2011 wurden nach offiziellen Angaben im Iran 421 Exekutionen vollzogen. Weitere 249 wurden geheim vollstreckt. Quelle: Ahmed Shahin, UN-Berichterstatter für den Iran
ai nennt für 2011 folgende Zahlen:  Vollzogene Hinrichtungen weltweit - mind. 676 (ohne China, Malaysia und Syrien); davon Iran >360, Saudi-Arabien >82, Irak >68, USA 43, Jemen >41, Nordkorea >30, Somalia 10, Sudan >7, Vietnam >5, Bangladesh >5, Südsudan 5, Taiwan 5, Palästinensische Autonomiegebiete 3, Weißrussland 2, Afghanistan 2, Ägypten >1, VAE 1.

Im August 2012 vollzog Gambia nach 30 Jahren wieder Hinrichtungen. (Bericht ai)

Hinrichtung einer wegen sechsfachen Mordes verurteilten Sektenführerin in Japan am 27. Sep. 2012. In Japan wird die Todesstrafe immer durch Hängen vollzogen. Drei Vollzugsbeamte drücken auf je einen Knopf. Wer damit die Falltüre geöffnet hat bleibt unbekannt.
Stand der Todeskandidaten in Haft: 131.
NZZ 28. 9. 2012 S 2
Stand der Todeskandidaten in Haft: 129. WZ 13. 12. 2013 S 8
Hinrichtungen 2012: 7
Hinrichtungen 2013: 8
Durchschnittliche Wartezeit bis zur Hinrichtung: 6 Jahre
Der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung wird den Verurteilten nur wenige Stunden bis wenige Minuten vor dem Vollzug mitgeteilt.
 

ai nennt für 2012 folgende Zahlen: Vollzogene Hinrichtungen weltweit - mind. 682 (ohne China, Malaysia und Syrien); davon Iran >314, Saudi-Arabien >79, Irak >129, USA 43, ....

Im Jahr 2013 verzeichnete ai weltweit 778 belegbare Exekutionen - 80 % davon in den Saaten Iran, Irak, Saudiarabien - und 1.925 verhängte Todesurteile. Hinrichtungen erfolgten in 22 Staaten.

Im Jahr 2014 verzeichnete ai weltweit 607 belegbare Exekutionen (ohne China) - Iran mind. 289, Saudiarabien mind. 90, Irak mind. 61, USA 35 - und 2466 verhängte Todesurteile. Hinrichtungen erfolgten in 22 Staaten.

Im Jahr 2016 verzeichnete ai weltweit 1.032 (2015: 1.634) belegbare Exekutionen und 3.117 Todesurteile. - Iran 567, Saudiarabien 154., Irak mind. 88, Pakistan 187.

2010 wurden in Saudi-Arabien 27 Kopf-ab-Hinrichtungen vorgenommen, 2011 ?, 2012 und 2013 waren es jeweils 79, 2014 87, 2015 158, im Zeitraum 1. 1. 2016 bis 31. 8. 2016 110. Quelle Agentur AFP

 

Das Erschießen (Exekution)
Hinrichtungen durch Erschießen werden entweder durch einen Einzelschützen oder durch ein Exekutionskommando ausgeführt.
Eine gezielte Kugel in den Kopf hätte die sofortige Bewusstlosigkeit zur Folge. 

Der Vorgang dauert jedoch länger, wenn die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando vollzogen wird, da die Soldaten aus einer größeren Entfernung und daher mit geringerer Genauigkeit schießen und möglicherweise angewiesen sind, auf den Rumpf zu zielen, der leichter zu treffen ist als der Kopf.

Von den vermutlich 8.000 Exekutionen, die jährlich in China durchgeführt werden, entfällt der Hauptteil auf Kopfschuss.

Am 12. März 2010 wurden in Anwesenheit von Parteimitgliedern und Wirtschaftsfachleuten der Finanzchef der Kommunistischen Partei und der stellvertretende Leiter der staatlichen Planungsabteilung in Nordkoreas Hauptstadt von einem Erschießungskommando getötet. The Dayli NK Seoul

Nach 25 Jahren in der Todeszelle wurde Ronnie Lee Gardner am 17. Juni  2010 im Gefängnis von Utah erschossen. Zwar hatte Utah diese Hinrichtungsmethode 2004 abgeschafft (seither ist die Giftspritze einziges Vollzugsmittel), wer vorher verurteilt wurde, darf wählen: Gewehr oder Spritze. Fünf Schützen zielen auf die mit einem Tuch markierte Herzgegend und schießen gleichzeitig. Ein Gewehr ist mit einer Platzpatrone geladen.

2004 wurde im US-Bundesstaat UTAH die Hinrichtung durch Erschießen verboten. 2015 führte man diese Art des Vollzugs der Todesstrafe unter der Voraussetzung, dass Medikamente für Giftspritzen nicht zur Verfügung stehen, wieder ein.

 

Du wirst vor der Mauer knien, in deine Augen werden sie die Finsternis schießen.

"Abschaum der Erde"  ARTHUR KÖSTLER

 

Pedro Medina, ein kubanischer Einwanderer, ist am frühen Mittwochmorgen in einem staatlichen Gefängnis in Starke bei Gainsville, Florida, laut Aussagen von Augenzeugen gleichsam bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Vom Metallhelm auf Medinas rasiertem Kopf schossen 10 bis 15 Zentimeter lange Flammen in die Luft und im Raum verbreitete sich der Gestank von verbranntem Fleisch. Ein Angestellter erstickte die Flammen, ein anderer öffnete ein Fenster, um den Gestank abziehen zu lassen. (März 1997)

18 Jahre lang haben vier Schwarze aus Chicago wegen Mordes und Vergewaltigung unschuldig im Gefängnis gesessen, bis sie im Juli 1996 frei kamen, nachdem ein Universitätsprofessor und drei Studentinnen die wahren Täter ermittelt hatten. Zwei der unschuldig Verurteilten hätten hingerichtet werden sollen.

 

Im US-Bundesstaat Colorado hob 2005 ein Berufungsgericht ein Todesurteil aus dem Jahr 1995 auf, das die Geschworenen nach dem Studium und der Auslegung von Bibeltexten gefällt hatten. Gouverneur Owens hat die Urteilsrevision gar nicht gefallen. Sie verhindere die Vollstreckung einer gerechten Strafe und beleidige alle Gläubigen.

 

Der elektrische Stuhl
Die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wurde 1888 in den USA mit Wirksamkeit 1. 1. 1889 beschlossen. Begründung war, dass sie humaner als das Erhängen sei. Versuche im Edison-Labor sollten die richtige Stromart und ihre Einwirkungsdauer ermitteln. Zwei Kälber und ein Pferd wurden im Dezember 1888 unter unterschiedlichen Versuchbedingungen getötet.
Trotzdem gab es bei der ersten Hinrichtung (6. August 1890) Komplikationen. Nachdem während 17

Sekunden der Strom durch den Mörder William Kemmler geflossen war, meinte der Arzt, dass der Todeskandidat nicht mehr am Leben sei und ließ den Strom ausschalten. Kemmler begann zu stöhnen. Ein erneuter, zwei Minuten anhaltender Stromstoß führte schließlich den Tod herbei.
Am Durchführungsprinzip hat sich im Lauf der Jahre nicht viel geändert:
Nach dem der Verurteilte auf einem eigens dafür gebauten Stuhl festgeschnallt ist, befestigen die Vollstrecker angefeuchtete Kupferelektroden an Kopf und Bein des Häftlings, und zwar an solchen Stellen, die vorher glattrasiert wurden, um einen wirkungsvollen Kontakt zwischen den Elektroden und der Haut sicherzustellen. Dann werden für kurze Zeit starke Stromstöße ausgelöst. Der Tod tritt durch Herzstillstand und Lähmung der Atemwege ein.
Die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl hinterlässt durch das Verbrennen der inneren Organe des Opfers sichtbare Spuren. Oft werfen die Stromstöße den Gefangenen nach vorn in die angelegten Haltegurte; er uriniert, entleert den Darm oder erbricht Blut.
 

 

Rolando Cruz, ein unschuldig Verurteilter, hat den Staat Illinois verklagt. Er war Ende letzten Jahres aus der Todeszelle entlassen worden, wo er die Zeit zwischen seinem 21. und 32. Geburtstag verbracht hatte. (August 1996)

In Oklahoma ist ein wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilter Mann nach elfjähriger Haft aus der Todeszelle befreit worden, nachdem ein DNA-Test seine Unschuld bewiesen hatte. (April 1999)

Die letzte Mahlzeit

  • Charles Brooks wünschte sich ein T-Bone-Steak, Pommes frites, Ketchup und Eistee
  • Ruben Cantu bestellte ein gegrilltes Huhn, Reis, Bohnen und einen Kaugummi. Auf letzteren musste er verzichten, weil das texanische Recht den Häftlingen das Kauen von Kaugummi verbietet.
  • James Russel wollte vor der Hinrichtung lediglich einen Apfel
  • Jeffery Barney bekam seine Cornflakes mit Milch
  • Vernon Sattiwhite bestellte sechs Spiegeleier, sieben Stück Toast und 15 Speckstreifen sowie frischen Orangensaft
  • Robert Madden, der am 28. Mai 1998 hingerichtet wurde, wollte seine letzte Mahlzeit einem Obdachlosen spenden. Der Antrag wurde von der Gefängnisleitung abgelehnt.
  • Carlos Santana, hingerichtet am 23. März 1993 , wünschte sich als letzte Mahlzeit "Gerechtigkeit, Enthaltsamkeit und Gnade

 

Die Gaskammer
Am 2. Juli 1930 musste Robert H. White auf dem Stuhl der Gaskammer Platz nehmen. Dies war die erste Hinrichtung, die protokolliert wurde. Auf die Frage des Gefängnisdirektors nach seinem letzten Wunsch antwortete White: "Bitte geben Sie mir eine Gasmaske, etwas anderes kann ich unter diesen Umständen nicht brauchen."
Die Hinrichtung begann um 4.36 Uhr morgens, das Gas wurde um 4.37 Uhr und 30 Sekunden in die Gas-

kammer gegeben. Robert H. White atmete um 4.38 Uhr das Gas tief ein und wurde daraufhin sofort bewusstlos.

 

1976 kam es in den USA zur Wiedereinführung der Todesstrafe. Seither wurden in den USA 1.234 Hinrichtungen vollstreckt.
Fast durchwegs Männer. 12 Hinrichtungen betrafen Frauen. Die bislang letzte war Teresa Lewis, die am 23. 9. 10 mit einer Giftspritze getötet wurde. Quelle: DPIC Stand 1. 1. 2011
Mehr als ein Drittel aller Hinrichtungen erfolgten in Texas, wo seit 1982
459 Personen hingerichtet wurden.

Seit 1977 sind in Illinois 13 unschuldig zum Tode Verurteilte freigelassen worden.

Rehabilitierung eines 1952 Gehenkten: Das britische Appelationsgericht hat das Urteil eines walisischen Geschworenengerichts gegen einen somalischen Einwanderer wegen unglaubwürdiger Zeugenaussagen für nichtig erklärt. Die Rehabilitierung kommt für Hussein Mattan zu spät. Er ist vor 46 Jahren in Cardiff für einen Mord gehenkt worden, den ein anderer begangen hatte.

Der Anwalt der Familie konnte in der jetzt nachgeholten Appelationsverhandlung den stichhaltigen Beweis erbringen, dass ein Landsmann des Verurteilten der Täter war und das 1952 dem Verteidiger die entscheidenden Informationen vorenthalten worden waren. (Feber 1998)

 

"Hat er aber gemordet, so muss er sterben. Es gibt hier kein Surrogat zu Befriedigung der Gerechtigkeit.

IMMANUEL KANT

 

Im Jahr 2002 sind in den USA 71 Menschen hingerichtet worden - fünf mehr als 2001 aber 14 weniger als 2000. Allein in Texas waren es 33 und damit doppelt so viel wie im Vorjahr.

In Texas wurde im Mai 2005 ein Gesetz verabschiedet, das den Geschworenen Verurteilungen zu lebenslanger Haft ohne vorzeitige Entlassung ermöglicht. Dadurch könnte die Zahl der Todesurteile sinken.
Trotzdem schaffte Texas im August 2007 ein rundes Jubiläum, die
400. Hinrichtung seit Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976.
Von 2000 bis Ende Mai 2009 wurden in
Texas 200 Hinrichtungen vollstreckt. Seit 1976 waren es 436, Virginia hält mit 103 Hinrichtungen
seit 1976 Platz zwei.

Nach dem Senat beschloss am 11. April 2012 auch das Repräsentantenhaus in Connecticut die Abschaffung der Todesstrafe. Seither gibt es in 17 US-Bundesstaaten KEINE Todesstrafe.

Kaliforniens Bürger stimmen am 6. November 2012 neben der Wahl des US-Präsidenten auch über die Abschaffung der Todesstrafe in ihrem Bundesstaat ab. 800.000 Personen hatten mit ihrer Unterschrift einen diesbezüglichen Initiativantrag unterstützt (500.000 Unterschriften hätten gereicht). Geplant ist, die Todesstrafe durch lebenslange Verwahrung ohne Begnadigungsmöglichkeit zu ersetzen.
Bei einem Sieg der Gegner der Todesstrafe bleiben noch 32 Gliedstaaten, welche die Todesstrafe erlauben.
Zwischen 1992 und 2006 wurden in
Kalifornien 13 Mörder hingerichtet, seither wurde kein Todesurteil mehr vollstreckt, obwohl weiterhin im Schnitt ein- bis zweimal pro Monat ein Todesurteil ausgesprochen wird.
Mittlerweile gibt es ziemlichen Rückstau. Im Todestrakt von St. Quentin sitzen 730 Todeskandidaten.
Die Befürworter der Initiative verweisen auch auf wirtschaftliche Gesichtspunkte: Für die letzten 13 Hinrichtungen fielen Kosten von gesamt 4 Mrd. $ an.

Ergebnis: 53 % der Stimmenden votierten gegen die Abschaffung der Todesstrafe.

Seit 1976 wurden in Kalifornien 900 Personen zum Tode verurteilt, 13 dieser Urteile wurden vollstreckt. Nach kalifornischem Recht gibt es nach jedem Todesurteil automatisch ein Berufungsverfahren. Bis den Verurteilten ein Anwalt zugewiesen, dieser sich eingearbeitet und beim Obersten Gericht einen Verhandlungstermin bekommen hat, dauert es durchschnittlich 25 Jahre.
Derzeit warten in
Kalifornien 746 Personen auf die Vollstreckung der Todesstrafe, ein Viertel aller in den USA zum Tode Verurteilten.
Quelle NZZ International 3. 9. 2015 S 4

Zwischen 1976 und 12. Mai 2016  wurden in den USA 1.436 Todesurteile vollstreckt. Quelle Death Penalty Information Center

1976 0 / 1977 1 / 1978 0 / 1979 2
1980 0 / 1981 1 / 1982 2 / 1983 5 / 1984 21 / 1985 18 /  1986 18 /  1987 25 /  1988 11 /  1989 16
1990
23 / 1991 14 / 1992 31 / 1993 38 / 1994 31 / 1995 56 / 1996 45 / 1997 74 / 1998 68 / 1999 98
2000 85 / 2001 66 / 2002 71 / 2003 65 / 2004 59 / 2005 60 / 2006 53 / 2007 42 / 2008 37 / 2009 52
2010 46 / 2011 43 / 2012 43 / 2013 39 / 2014 35 / 2015 28 / 2016  / 20 / 2017 bis 25. 8.  / 17

18. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abschaffte, war im März 2013 Maryland.
19. US-Bundesstaat, der die
Todesstrafe abschaffte, war am 27. Mai 2015 Nebraska.

Nur noch in 6 Bundesstaaten wurde 2015 die Todesstrafe vollstreckt: Florida, Oklahoma, Virginia, Georgia, Missouri, Texas.
In 31 Bundesstaaten ist die Todesstrafe noch erlaubt. In 4 Bundesstaaten unterliegt sie einem Moratorium.
Mit PFIZER hat auch der letzte große Pharmaproduzent den Verkauf seiner Produkte für die Vollstreckung von Todesurteilen in den USA untersagt!
Quelle NZZ International 20. Mai 2016 S 6

 

Die Steinigung
Sie ist schon lange vor dem Islam praktiziert worden. Heute gibt es sie nur noch in Staaten, in denen die Sharia gilt, das islamische Recht. Frauen werden bis zu den Schultern, Männer bis zur Taille eingegraben und dann vom "Volk" gesteinigt.
Im Iran für folgende Delikte verhängt: INZEST, EHEBRUCH*, PROSTITUTION. Soll laut Meldungen iranischer Agenturen abgeschafft werden.
Bis dahin gelten die Regelungen der Artikel 102 und 104 iranisches StGB:
  • Bei der Steinigung wird der Mann bis unter den Gürtel und die Frau bis unter die Brust in eine Grube eingegraben. Dann wird die Steinigung vollstreckt. Artikel 102
  • Die Steine dürfen bei der Steinigung nicht so groß sein, dass die Person getötet wird, wenn sie nur von ein oder zwei davon getroffen wird, und auch nicht so klein, dass man sie nicht mehr als Stein ansehen kann. Artikel 104

"Die Verurteilten werden von Kopf bis Fuß in weiße Tücher gewickelt und bis zu den Hüften eingegraben. Dann beginnt das Steinigen. Die Steine werden speziell ausgewählt, so dass sie groß genug sind, um Schmerzen zu verursachen, aber nicht so groß, um den Verurteilten sofort zu töten. Sie garantieren den Opfern einen langen qualvollen Tod. Manchmal werden ihre Kinder gezwungen zuzuschauen. Das Vergehen ist gewöhnlich Ehebruch." (Washington Post)

*Der Koran verlangt als Nachweis für den Ehebruch die bestätigende Aussage von vier Zeugen, welche den Geschlechtsakt mit eigenen Augen gesehen haben.

 

Vom höchsten islamischen Gericht im nordnigerianischen Gliedstaat Katsina wurde das Todesurteil gegen Amina Lawal aufgehoben. Sie war von zwei untergeordneten Gerichten wegen außerehelichen Geschlechtsverkehr zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Das Gericht begründete seine Entscheidung einmal mit Formfehlern, die im ersten Prozess (März 2002) gemacht worden seien. Lawal habe damals keinen Anwalt gestellt bekommen und von den vorgeschriebenen drei Richtern sei bei der Urteilsverkündung nur einer anwesend gewesen. Zudem sei es nicht erwiesen, dass das von der Anklage angeführte "Beweisstück", die Tochter Wasila, tatsächlich erst nach der Scheidung Lawals vom zweiten Ehemann gezeugt worden sei.   Neue Zürcher, 25. September 2003
Am selben Tag wurde im nordnigerianischen Gliedstaat Bauchi ein Mann
wegen Geschlechtsverkehrs mit drei Buben zum Tod durch Steinigung verurteilt.

 

Verbrennen (Scheiterhaufen)
Eine besonders schmerzhafte Todesstrafe. Grausam, lang dauernd, sehr publikumswirksam.
Keineswegs erst im Mittelalter praktizierte Hinrichtungsart.
Geografisch auf das Gebiet der heutigen Staaten: Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien beschränkt.
Wer Glück hatte, wurde vom Henker erdrosselt, ehe ihn die Flammen erreichten oder erstickte an den Rauchgasen.

 

Todesstrafe steht in Saudiarabien nicht nur auf Gewaltverbrechen (Mord, Vergewaltigung, bewaffneter Raub), sondern auch auf Delikte wie Abfall vom Islam, DrogenschmuggelHexerei oder religiöse Korruption. Amnesty hat seit 1981 über 1.000 solcher Exekutionen registriert. Die Todesstrafe bei Männern wird mit dem Schwert vollzogen, Frauen werden erschossen, außer, sie sind Ehebrecherinnen, dann werden sie gesteinigt.
Seit Mitte der 80er-Jahre sind Erschießungen und Steinigungen nicht mehr vollzogen worden.

2003 wurden 52 Menschen enthauptet, die meisten von ihnen Drogenschmuggler.
2004 waren 35 Personen hingerichtet worden.
In den ersten beiden Jännerwochen
2005 kamen 6 Verurteilte durch das Richtschwert um.
Anfang
Juni 2007 wurden in Dschidda drei Drogenschmuggler öffentlich geköpft. Damit hatte man noch vor Ende der ersten Jahreshälfte Hinrichtung Nummer 79, 80 und 81 vollzogen.(ap)
2012 + 2013 verloren jeweils 79 Menschen ihren Kopf, 2013 wurde SAUDIARABIEN in den UN-Menschenrechtsrat gewählt (!)
2014 wurden von Jänner bis Oktober 59 Personen öffentlich geköpft.
Quelle NZZ unter Berufung Menschenrechtsorganisationen 18. 10. 2014

 

Im amerikanischen Staat Missouri ist am Mittwoch der 29jährige Reginald Powell durch eine Giftinjektion hingerichtet worden. Powell war in einem umstrittenen Prozess für schuldig befunden worden, 1986 in betrunkenem Zustand zwei Männer nach einem Streit erstochen zu haben. Seine Verteidiger warfen der Justiz vor, den Farbigen zum Tode verurteilt zu haben, obwohl er mit einem IQ von nur 65 nicht voll schuldfähig gewesen sei. (25. Feber 1998)

Seit Anfang letzten Jahres können in Texas auch die Angehörigen eines Mordopfers die Exekution des Täter als Augenzeugen beobachten. Bis dahin war dies nur der Familie des Mörders gestattet. In Huntsville wurden daher rund um die Hinrichtungskammer mehrere Beobachtungsräume eingerichtet, zu denen man über unterschiedliche Gänge gelangt. Auf diese Weise können beide Familien zuschauen, ohne sich begegnen zu müssen. (Juni 1997)

 

Die Giftspritze
Der Verurteilte wird auf einer Liege festgeschnallt, dann erfolgt die Injektion des Giftes durch eine Maschine oder einen Mitarbeiter der Strafanstalt.
In den texanischen Hinrichtungskammern wird mit drei einzeln injizierten Chemikalien getötet. Die erste Spritze enthält NATRIUMTHIOPENTAL, das die Gehirnfunktionen stoppt und dadurch den Menschen bewusstlos macht. PANCURONIUMBROMID in der zweiten Spritze lähmt die

Muskeln; der Mensch  wird bewegungsunfähig. Die dritte Injektion enthält KALIUMCHLORID, welches die Herz-Lungen-funktion zum Stillstand bringt.

Hinrichtungen mit der Giftspritze sind in 37 der 38 die Todesstrafe vollziehenden US-Bundesstaaten die bevorzugte Methode. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe wurden 928 Hinrichtungen - Stand Okt. 2007 - auf diese Weise vollzogen.
Kritiker dieser Hinrichtungsart weisen darauf hin, dass oft die Dosis von NATRIUMTHIOPENTAL zu gering ist, was dazu führt, dass ein Todeskandidat nach einigen Minuten aus der Bewusstlosigkeit erwacht. Die bei der Hinrichtung anwesenden Personen merken davon nichts, weil das muskellähmende Präparat den Verurteilten zur Unbeweglichkeit verdamme. Unter der Wirkung der dritten Spritze ersticke er dann bei vollem Bewusstsein, was bis zu fünf Minuten dauern könne.

Die "Humanität" dieser Hinrichtungsart wird schon seit Langem angezweifelt, da Berichte vorliegen, wonach Hinrichtungen oftmals über eine halbe Stunde dauerten, weil sie von Personal ausgeführt wurden, das im  richtigen "Setzen" der Injektionen ungeschult war. Eine aktive Rolle eines Arztes bei den tödlichen Injektionen wird sowohl vom amerikanischen Ärzteverband als auch vom Weltärztebund untersagt.

Im Feber 2006 wurde in Kalifornien eine "humane" Variante eingeführt. Mit der ersten Spritze wird ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht. Erst wenn es zur Bewusstlosigkeit geführt hat, dürfen die restlichen Wirkstoffe eingesetzt werden. Trotzdem verfügte im Dezember 2006 ein Bundesrichter die vorläufigen Aussetzung der Todesstrafe (Begründung: Giftspritze sei verfassungswidrig da grausam und außergewöhnlich).
2007 veröffentlichte Gouverneur Schwarzenegger ein umfangreiches Maßnahmepaket mit Verbesserungsvorschlägen (Bau neuer Todeskammern, Trainingskurse für das Hinrichtungspersonal, ...) um eine Wiederaufnahme der Hinrichtungen zu erreichen.

Im Juni 2006 entschied das Oberste Gericht in Washington, dass ein in Florida zum Tod verurteilter Polizistenmörder das Recht hat, gegen den Einsatz der Giftspritze bei seiner Exekution gerichtlich vorzugehen. Seine Anwälte hatten argumentiert, dass die Methode unnötige Leiden verursache.
Diese "Erfahrung" machte am 13. 12. 2006 Angel Nieves Diaz bei seiner Hinrichtung. Falsche Handhabung der Giftspritze lies die tödlichen Substanzen nicht in die Venen, sondern in das Muskelgewebe fließen. 34 Minuten - davon 24 Minuten bei vollem Bewusstsein - dauerte sein qualvolles Sterben. Der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, ließ darauf hin alle noch ausstehenden Liquidationen für die nächsten Monate absagen.

Am 2. Mai 2006 stocherten die Ärzte während 90 Minuten im Arm des zum Tode verurteilten Mörders Joseph Lewis Clark herum, bis sie eine Ader trafen.

93 Minuten dauerte eine Hinrichtung im Mai 2007 in Ohio. Die Ärzte konnten beim Delinquenten, Christopher Newton, erst nach zehn Versuchen eine Vene für die Giftspritze finden, weil er so übergewichtig war.

Mit Jahresende 2007 wurde im US-Bundesstaat New Jersey die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft. Bereits seit 1963 war in New Jersey niemand mehr hingerichtet worden.

Im April 2008 erklärte das Oberste Gericht (US Supreme Court) die Hinrichtung mittels Giftspritze in den USA für rechtens. Sie verstoße nicht gegen das in der Verfassung verankerte Verbot grausamer  und unüblicher Strafen. Das Urteil wurde mit 7:2 gefällt.
Trotzdem warteten im Mai 2008 in Kalifornien weiterhin mehr als 650 Todeskandidaten auf die Urteilsvollstreckung, weil sich kein Anästhesist bereit erklärte, den Hinrichtungsvorgang durch die Verabreichung von Betäubungsmitteln zu unterstützen.

Am 8. Dezember 2009 klappte es in Ohio besser als zwei Jahre zuvor. Mit nur einer Spritze mit hochdosiertem NATRIUMTHIOPENTAL wurde der Mörder Kenneth Biros exekutiert.

Kurz vor seiner Hinrichtung wurde in L. A. dem wegen Mordes und Vergewaltigung zum Tode verurteilten Albert Greenwood Brown ein Aufschub gewährt.
Grund: Das NATRIUMTHIOPENTAL für die Todesspritze hätte drei Stunden NACH dem Hinrichtungstermin das Verfallsdatum erreicht.

John D. Duty (58) starb in Oklahoma in der Nacht auf den 19. 12. 2010 an einer Giftkombination, die statt NATRIUMTHIOPENTAL (war wegen eines Boykotts der europäischen Produzentenstaaten nicht verfügbar) das bei den Sterbehilfeorganisationen bewährte NATRIUMTHIOPENTAL enthielt. Gegner der Todesstrafe protestierten gegen den Einsatz der unerprobten Substanz.

Seit 1. Jänner 2012 darf THIOPENTAL aus EU-Staaten nicht mehr in die USA exportiert werden. Ausnahme: Spitalsbedarf.

Also mussten sich die Gefängnisbehörden in Ohio nach Ersatz umsehen. Sie entschieden sich für ein zweistufiges Verfahren. Am 16. 1. 2014 um 10:53 Uhr bekam Herr Dennis McGuire das Betäubungsmittel MIDAZOLAM gespritzt, das Morphiumderivat HYDROMORPHONE sollte ihm danach schmerzfrei den Weg ins Jenseits bereiten. Das klappte nicht wie geplant. Die Zeugen mussten einem fünfundzwanzigminütigen, qualvollen Todeskampf beiwohnen.

Am 24. 7. 2014 wurde in Arizona der Doppelmörder Joseph Wood mit einer Kombination des Beruhigungsmittels  MIDAZOLAM und des Narkotikums HYDROMORPHONE hingerichtet. Erst nach 117 Minuten trat der Tod ein.

Im Bundesstaat Missouri war geplant Verurteilte mit einer Überdosis des - bereits am Sänger, Gesichtsmasken- und Handschuhmodel Michael Jackson erfolgreich getesteten - Betäubungsmittels PROPOFOL hinzurichten. Als die EU daraufhin ankündigte, den Export in die USA zu verbieten, wurde der Plan fallen gelassen.
Mangels chemischer Alternativen wird in Missouri + Wyoming der Einsatz von Erschießungskommandos - ein Brauch, der noch in Utah gepflogen wird - erwogen.

Der Doppelmörder Mark James Asay wurde am 24. 8. 2017 mit einem neuen Giftmix getötet. Ein Bestandteil war das bisher noch nie für Hinrichtungen eingesetzte Narkosemittel ETOMIDAT.

 
Seit einem Jahr ist in Vietnam kein Häftling mehr hingerichtet worden, weil das Gift für die Exekutionen fehlt. Grund ist die Blockade der EU, die den Verkauf der nötigen Medikamente unmöglich gemacht hat. Mehr als 500 Häftlinge sitzen in den Todeszellen ein.
Kurzmeldung im KURIER 3. Nov. 2012 S 5

Wegen des hohen finanziellen Aufwands werden in China nur Funktionäre und Verurteilte aus großstädtischem Milieu mittels Giftspritze umgebracht.

 

Zu Beginn dieser Woche ist der 40jährige Hinrichtungskandidat Earl Washington aus einem Gefängnis des Staates  Virginia entlassen worden. Die Verurteilung wegen Mordes wurde aufgehoben, nachdem  DNA-Proben eindeutig ergeben hatten, dass Washington mit dem gewaltsamen Tod von Rebecca Lynn Williams im Jahr 1982 nichts zu tun haben konnte. Washington ist Schwarzer, er soll auf der Entwicklungsstufe eines Zehnjährigen stehen geblieben sein.

Als er vor 18 Jahren vom Untersuchungsrichter des Mordes an Frau Williams beschuldigt wurde, gab er alles zu. Diesen störte es offenbar nicht, dass Washington das Opfer als Schwarze bezeichnete, während es sich um eine Frau weißer Hautfarbe handelte, dass er den Ort des Verbrechens nicht kannte und den Hergang des Mordes offensichtlich falsch beschrieb, alles vermutlich aus kindlicher Gefälligkeit gegenüber einer Amtsperson und aus schlechtem Gewissen wegen eines Einbruchsdiebstahls, den er tatsächlich begangen hatte. 16. 2. 01

 

Japan: ... Die beiden wegen Mordes Verurteilten hatten erst kurz vor der Exekution erfahren, dass ihre letzte Stunde geschlagen hatte. Gefesselt und mit verbundenen Augen wurden sie zum Galgen geführt. Mehrere Vollzugsbeamte betätigten Knöpfe. Am Ende soll niemand wissen, wer von ihnen die Falltüre geöffnet hat. ... Meistens werden Todesurteile in den Ferien oder zum Jahreswechsel vollstreckt, wenn die Öffentlichkeit abgelenkt ist. Seit 1945 wurden in Japan 628 Menschen hingerichtet. Ende September 2002 

Zwischen 1993 und 2002 wurden in Japan 47 Personen hingerichtet, von 2002 bis 2006 waren es vier.
Japan: ... Erstmals seit 20 Monaten wurde am 29. März 2012 die Todesstrafe vollstreckt. Drei Mehrfachmörder starben am Galgen.

 

Der Galgen
Diese Hinrichtungsart war auch in Österreich in Gebrauch.
Der Zeitpunkt des Todes kann durch die unterschiedliche Konstruktionsarten und das "Können" des Henkers stark beeinflusst werden.
Berechnet er Körpergewicht und Fallhöhe falsch, kann der Kopf des Opfers abreissen.

Stimmt die Seillänge, wird die "richtige" Geschwindigkeit erreicht und das Genick bricht. Ist die Fallhöhe zu kurz, schnürt das Seil die Luftröhre ab und drückt auf die beiden Halsschlagadern, die Ohnmacht tritt nach etwa zehn Sekunden ein.
Liegt die Schlinge falsch, erstickt der Verurteilte langsam, was bis zu einer Viertelstunde dauern kann.

In Japan haben drei Justizbeamte einen Knopf vor sich, aber nur einer öffnet die Falltüre, auf welcher der Todeskandidat steht. Gleichzeitig drücken sie auf "ihren" Knopf, wer die Falltüre betätigt hat, wissen sie nicht. Nach zehn Minuten wird der Erhängte abgenommen und sein Tod diagnostiziert.
Die Gefangenen erfahren erst kurz vor der Urteilsvollstreckung dass sie hingerichtet werden. Ein letztes Treffen mit ihren Angehörigen gibt es nicht. Die Familie wird nach erfolgter Hinrichtung verständigt und darf wählen, ob sie den Leichnam oder die Asche des Gehängten haben wollen.

 

Die Exekution der Kartäuser fand am 4. Mai 1535 statt: „Nachdem man sie unter den Galgen geschleift hatte, ließ man die Verurteilten einen nach dem anderen auf einen Karren steigen, der unter ihnen weggezogen wurde, so dass sie hingen; danach wurde sofort der Strick durchgeschnitten und man richtete sie auf und stellte sie an einer dafür vorgesehenen Stelle auf, um sie stehend zu erhalten und ihnen die Schamteile abzuschneiden, die ins Feuer geworfen wurden; man schnitt sie - noch lebend  - auf und riss ihnen die Eingeweide heraus; hierauf wurde ihnen der Kopf abgeschlagen und ihre Körper gevierteilt. Zuvor hatte man ihnen das Herz ausgerissen und ihnen damit den Mund und das Gesicht eingerieben.“ (Augenzeugenberichte; London)

 

Zwischen 1991 und Dez. 2005 wurden in dem vier Millionen Einwohner zählenden Stadtstaat Singapur 420 Todesurteile vollstreckt.
Bezogen auf die Bevölkerungszahl wird damit sogar
China (lt. ai 1060 Hinrichtungen 2002) übertroffen.
Für Personen, bei denen in Singapur mehr als 15 Gramm Heroin, 30 Gramm Kokain oder 500 Gramm Cannabis gefunden werden, ist die Todesstrafe zwingend vorgeschrieben.
Wegen Missachtung der Justiz wurde in
Singapur der Autor Alan Shadrake zu sechs Wochen Gefängnis und einer Zahlung von 20.000 Singapur $ (11.363 € Kurs 29. 5. 11) verurteilt. In einem Buch über die Todesstrafe in Singapur ("Once a Jolly Hangman: Singapore Justice in the Dock") hatte Shadrake die Justiz der Voreingenommenheit und der Urteilsfindung nach diplomatischen und ökonomischen Überlegungen beschuldigt.
Nach offiziellen Angaben wurde die Todesstrafe
2007 dreimal, 2008 sechsmal und 2009 fünfmal vollstreckt. Quelle: NZZ 30. 5. 11
Eine Gesetzesänderung im November 2012 erlaubt den Richtern, bei Tötungsdelikten ohne Vorsatz, bei Drogenkurieren und bei Drogentätern, welche die Ermittlungen der Antidrogenbehörden unterstützen, statt des Todes am Galgen lebenslängliche Haft auszusprechen.

Ganz andere Zahlen zu Chinas Hinrichtungspraxis nennt der chinesische Menschenrechtler Harry Wu: 10.000 Hinrichtungen pro Jahr, viele davon öffentlich. (März 2005 in einem NZZ-Interview). Einige NGOs sprechen sogar von 15.000 Hinrichtungen jährlich

ap Pech hatte der 1989 hingerichtete Chinese Teng Xingshan. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua weilte die von ihm angeblich 1987 ermordete Shi Xiaorong 2005 noch unter den Lebenden. 06/2005

 

In Mexiko wurde das letzte Todesurteil 1961 gefällt, obwohl die Todesstrafe für Hochverrat, Elternmord und schwere Straftaten in der Armee bis 2005 gesetzlich erlaubt war.

Auf und ab auf den Philippinen. Nachdem die Todesstrafe 1978 verboten und 1993 für Schwerverbrecher wieder eingeführt worden war, wurde sie im Juni 2006 wieder abgeschafft.

 

Das Fallbeil  - Die Guillotine
Zwar keine Errungenschaft der Französischen Revolution aber durch sie "populär" geworden:
"Alle Menschen sollen bei einer Hinrichtung gleich behandelt werden, kein Hängen für die Armen, kein Enthaupten für die Reichen und Adligen und vor allem keine Folter und andere Hinrichtungsarten mehr wie etwa Rädern. Es soll nur noch eine Strafe geben. Das Enthaupten!"

Diesen Wortlaut zu einem Gesetzesentwurf trug der Abgeordnete Dr. Joseph Ignace Guillotin dem Parlament vor. Am 3. Mai 1791 wurde der Gesetzentwurf angenommen.
Die Guillotine, genutzt seit 1792, wäre auch heute die rascheste Hinrichtungsart, wird jedoch seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr verwendet.
Der Tod tritt sofort bzw. in kürzester Zeit - bis der im Gehirn verbliebene Sauerstoff nach maximal sieben Sekunden verbraucht ist - ein.

In der SCHWEIZ wurde die Todesstrafe erstmals 1874 abgeschafft. Dagegen regte sich erheblicher Widerstand, sodass bereits fünf Jahre danach eine Volksabstimmung zur Wiedereinführung durchgeführt und eine entsprechende Vorlage angenommen wurde.
Erst am 3. Juli 1938 beschloss das Schweizer Stimmvolk die Abschaffung der Todesstrafe (trat Anfang 1942 in Kraft). Die letzte zivilrechtliche Hinrichtung wurde - unter Verwendung einer Guillotine - am 18. Oktober 1940 vorgenommen.
Im Rahmen des Kriegsgesetzes kam es zwischen 1942 und 1944 zu 17 Erschießungen (Verurteilungen wegen Landesverrat).

 

Das oberste Gericht des Bundesstaates Florida hat das Todesurteil gegen den 51jährigen Jerry Rogers aufgehoben und einen neuen Prozess mit der Begründung angeordnet, dass die Anklagebehörde wichtige Beweise zurückgehalten habe. Rogers sitzt seit 16 Jahren in der Todeszelle. Ihm wurde vorgeworfen, vor 19 Jahren einen Geschäftsmann erschossen zu haben.

Gregory Wilhoit saß sechs Jahre unschuldig in der Todeszelle. Er war 1987 in Oklahoma wegen der Ermordung seiner Ehefrau zum Tode verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte einen einzigen Beweis für seine Verurteilung geltend gemacht: einen Bissabdruck am Körper der Ermordeten, der angeblich mit seinem Gebiss übereinstimmte. Sein Pflichtverteidiger hatte sich nur wenige Wochen auf den Fall vorbereitet und versäumte es, das Beweismittel durch einen zweiten Experten anzufechten.

Später stellte sich heraus, dass der Anwalt alkohol- und tablettenabhängig war und ein Jahr zuvor bei einem Unfall eine Hirnverletzung erlitten hatte. Wilhoit wurde in einem Berufungsprozess frei gesprochen , nachdem zehn forensische Experten übereinstimmend festgestellt hatten, dass der Abdruck nicht von ihm stammte. (Dezember 2000)

 

Der Oberste Gerichtshof in Washington hat es abgelehnt, die Verfassungsmäßigkeit der Hinrichtung von Minderjährigen zu überprüfen. Jugendliche Straftäter, die zur Tatzeit 16 oder 17 Jahre alt waren, dürfen in den USA exekutiert werden. Dem höchsten amerikanischen Gericht war der Fall eines zum Tode verurteilten Mörders vorgelegt worden, der die Tat mit 17 Jahren begangen hatte. Fünf der neun Richter entschieden gegen eine Anhörung. Drei Jahre später kam er zu einer anderen Rechtsansicht!

Der Oberste Gerichtshof hatte 1989 die Hinrichtung von Minderjährigen, die das 16 Lebensjahr vollendet haben, für verfassungsmäßig erklärt. Dagegen ist die Vollstreckung der Todesstrafe für jugendliche Täter unter 16 Jahren seit 1988 als grausame und ungewöhnliche Form der Bestrafung verboten. (November 2002)

2005 erweiterte der Oberste Gerichtshof die Altergrenze. Seit März dieses Jahres dürfen Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt waren nicht mehr hingerichtet werden. Urteilsbegründung: die Todesstrafe für Minderjährige verstößt gegen den 8. Verfassungszusatz, der "grausame und unübliche Strafen" verbietet.

 

Gericht in Virginia untersagt DNA-Analyse. Der Test könnte die Unschuld eines bereits Hingerichteten beweisen.
An der Schuld des wegen Vergewaltigung und Mordes vor zehn Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichteten Roger Coleman bestehen Zweifel. Die am Körper des Mordopfers gefundenen Samen- und Blutspuren werden in einem Labor aufbewahrt. Eine DNA-Analyse könnte beweisen, ob Coleman tatsächlich schuldig war. Diesen Beweis versucht die Staatsanwaltschaft zu verhindern. Der Oberste Gerichtshof von Virginia hat vorige Woche zu Gunsten der Staatsanwaltschaft entschieden. Der Staat von Virginia will das Beweismaterial nun verbrennen.
November 2002

George Ryan, Gouverneur von Illinois, hat zum Ende seiner Amtszeit alle Todesurteile mit der Begründung aufgehoben, es habe in der Vergangenheit eine hohe Zahl von Justizirrtümern und "unfairer" Anwendung der Todesstrafe gegeben. Die Entscheidung betrifft 158 Verurteilte. Die meisten Todesurteile wurden in lebenslängliche Haftstrafen ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umgewandelt. Jänner 2003

Als 16. US-Staat hat Illinois im März 2011die Todesstrafe abgeschafft. 2009 hatte New Mexiko, 2007 New Jersey diesen Schritt getan.

 

Die Zwangsarbeit
Oft eine Todesstrafe in "humaner Verkleidung". Weltweit verbreitet. Die Verurteilten müssen lebensgefährliche, körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten. Häufig bei ungenügender Versorgung mit Lebensmitteln, hygienischen und medizinischen Maßnahmen. Die Sowjetunion und später das nationalsozialistische Deutschland "industrialisierten" die Zwangsarbeit

Österreich
Kaiser Joseph II. schaffte 1783 in Österreich/Ungarn die Todesstrafe ab und führte den Schiffzug ein. Dabei mussten die Verurteilten vom Ufer aus mittels Seilen die schweren Donauschiffe flussaufwärts ziehen. Die Todesrate war sehr hoch, 1789 wurde die Strafe wieder abgeschafft.
Die Nachfolger von Joseph II. bedienten sich wieder der Todesstrafe. In Österreich-Ungarn kam Österreich mit rund 70 Todesurteilen / Jahr aus.
Von 1918 bis 1934 war die Todesstrafe abgeschafft.
!945 bis 1955 sprachen die Volksgerichte 43 Todesurteile aus, von denen 30 zu Vollstreckung kamen, bei den ordentlichen Strafgerichten gab es zwischen 1945 und 1950 zu 57 Todesurteilen, tatsächlich durchgeführt wurden 16 Exekutionen.
!968 kam es zu einer verfassungsmäßigen Verankerung des Verbots der Todesstrafe.

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) regelt im 6. Zusatzprotokoll (28.4.1983) das Verbot der Todesstrafe

  • Artikel 1 - Die Todesstrafe ist abgeschafft. Niemand darf zu dieser Strafe verurteilt oder hingerichtet werden.
  • Artikel 2 -  Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden; diese Strafe darf nur in den Fällen, die im Recht vorgesehen sind, und in Übereinstimmung mit dessen Bestimmungen angewendet werden.
  • Artikel 3 -  Von diesem Protokoll darf nicht nach Artikel  15 der Konvention abgewichen werden.
  • Artikel 4 -  Vorbehalte nach Artikel 57 der Konvention zu Bestimmungen dieses Protokolls sind nicht zulässig.

Österreich ratifizierte das 6. Zusatzprotokoll zur EMRK am 1.3.1985 BGBl. Nr. 138/1985 idF Art. 2 Abs.6 iVm Anhang zum 11. ZP BGBl. III Nr. 30 /1998)
Die Schweiz hat das
 6. und das 13. Zusatzprotokoll zur EMRK ratifiziert. 1942 wurde die Todesstrafe in Friedenszeiten und 1992 auch nach dem Militärstrafgesetz abgeschafft.
Ein dreifacher Mörder aus Zürich wurde 1940 in Sarnen (Kanton Obwalden) enthauptet. Das war die letzte "zivile" Hinrichtung in der Schweiz. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 17 militärstrafrechtliche Erschießungen vollzogen. Die letzte 1944.
Ende August 2010 startete in der
Schweiz eine Volksinitiative (Volksbegehren), welche die Wiedereinführung der Todesstrafe bei Sexualmorden zum Ziel hat.
 
Russland hat das 6. Zusatzprotokoll NICHT ratifiziert.   www.emrk.at

 

Mohammed Saad al-Beeshi ist 42 Jahre alt und von Beruf Scharfrichter von Jiddah (Saudi Arabien). Seit 1998 geht er dieser "Beschäftigung" nach, davor war er Gefängniswärter. Bei seiner ersten Hinrichtung war er wegen der vielen Zuschauer etwas nervös. Aber es hat alles gepasst: "Mit einem einzigen Schwertstreich trennte ich ihm den Kopf vom Rumpf. Er rollte einige Meter weit weg."
Seinen Lohn bezeichnet er als
bescheiden, dafür ist das Richtschwert im Wert von 5.000 Dollar ein Geschenk der Regierung. Er hält es immer blank und scharf.
Wenn nach dem Gesetz der Sharia die Familie eines Mordopfers nicht ausdrücklich auf die Vollstreckung des Urteils verzichtet, wird der Täter hingerichtet. "Vor jeder Hinrichtung besuche ich die Familie des Opfers und bitte um die Annahme eines Blutgeldes." (Juni 2003) 

Al-Beeshis indischer Kollege, Nata Mallik, findet mit der Entlohnung für seine Hinrichtungen kaum ein finanzielles Auskommen. 100 Euro pro Fall zahlen die Behörden, doch musste er von 1989 (Hinrichtung der beiden Mörder der Premierministerin Indira Gandhi) 15 Jahre auf den nächsten Delinquenten, den Mörder und Vergewaltiger einer Schülerin warten. Der 83-jährige Mallik schulte bei dieser Gelegenheit seinen Enkel, der das Amt übernehmen wird, ein. 

Ein Interview mit einer australischen Zeitung kostete im November 2005 Singapurs Henker, den damals 73-jährigen Darshan Singh, seinen Job. Davor hatte er während seiner 47 Jahre dauernden Tätigkeit 850 Verurteilten den Strick um den Hals gelegt. Zuletzt wurde er pro Exekution mit 200 Euro entlohnt.

Vor zehn Jahren wurde in SIMBABWE die Stelle des Henkers frei. Obwohl seither mehrmals ausgeschrieben fanden sich keine Interessenten (Frauen werden NICHT genommen).
Mittlerweile warten in den Todeszellen 117 Verurteilte.
In Simbabwe darf die
Todesstrafe nur gegen Männer und bei diesen nur im Alter von 21 bis 69 verhängt werden. Quelle: NZZ  2. 2. 16

 

Vor Publikum (5.000 Personen) wurde im März 2005 in der iranischen Stadt Pakdascht ein Serienmörder mit 100 Peitschenhieben bestraft und anschließend gehängt.
Auch gut besucht waren die öffentlichen Hinrichtungen in den iranischen Städten Maschad (1. August 2007) und Teheran (2. August 2007). Zwischen 1. 1. und  2. 8. 2007 waren
151 Exekutionen vollzogen worden.

 

Am 2. September 2003 hat das 9. Berufungsgericht der USA in San Francisco mit acht gegen drei Stimmen entschieden, dass alle, nur von einem Richter ausgesprochenen Todesurteile, in Arizona, Idaho und Montana in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln sind.
In
Nebraska wurde am 4. September ein Todesurteil (gegen den Kindesmörder Raymond Mata) aufgehoben, weil es nicht von Geschworenen sondern von einem Richter gefällt worden war.
 

Zwischen Juni 2002 und September 2003 wurden in 17 Bundesstaaten der USA 137 Hinrichtungen durchgeführt, die Mehrheit davon in Texas.
Im gleichen Zeitraum gab es in
Japan 4 Hinrichtungen.

 

Ertränken (in gemilderter Form: Bäckerschupfen)
Waren es früher meist spätere Heilige, die von Brücken oder Felsen in Flüsse oder andere Gewässer gestoßen wurden, bedienen sich heute Diktaturen und kriminelle Organisationen dieser Tötungsmethode.
Mit Gewichten (Steine, Beton) beschwert, aus Flugzeugen geworfen (bei großer Flughöhe tritt der Tod schon beim Aufprall ein), in Wannen unter Wasser gedrückt, erleiden die

Opfer den Ertrinkungstod unterschiedlich rasch und unterschiedlich schmerzvoll.
Beim Eintauchen hält der Ertrinkende vielleicht den Atem an, das schafft er während 30 bis 90 Sekunden. Dann atmet er Wasser ein, wodurch der Gasaustausch in der Lunge unterbunden wird. Das führt zu einem krampfartigen Verschluss der Atemwege. Ein Gefühl des Zerplatzens und anfänglich brennende Schmerzen in der Brust lassen langsam nach, weil Sauerstoffmangel das Bewusstsein schwinden lässt. Der Tod tritt durch Herzstillstand ein.

Bäckerschupfen
war eine Art abschreckende Qualitätssicherungsmaßnahme für Backwaren.
Bäcker, die zu leichtes oder minderwertiges Brot verkauften, wurden in einen Korb verfrachtet und mehrmals bis über den Kopf im Wasser versenkt.
Der Vorgang war ein Publikumsrenner. Die Bevölkerung von Wien hatte bis 1773 das Vergnügen.

 

Mindestens 4.742 Opfer, zumeist Schwarze, forderte in den USA die Lynchjustiz zwischen 1882 und 1968. Die Morde geschahen hauptsächlich in den Südstaaten, als eine Art Volksfest mit reger Publikumsteilnahme.
 
Nachdem zuvor schon in Kalifornien und Florida Hinrichtung mittels Giftspritze aufgeschoben worden waren, weil dabei möglicherweise starke Schmerzen auftreten, wurde am 19. April 2006 in North Carolina eine neue Variante dieser Tötungsart angewendet.
Erstmals überwachte ein Arzt die Hinrichtung. Er sollte durch Messung der Hirnströme des wegen Mordes zum Tode verurteilten Willie Brown sicher stellen, dass der
Todeskandidat bewusstlos und frei von Schmerzen war, bevor ihm die tödliche Dosis gespritzt wurde.

Seit 2003 ist in den USA Laci´s Gesetz in Kraft. Es ist nach der ermordeten Laci Peterson benannt, deren Mutter sich mit Vehemenz für sein Zustandekommen eingesetzt hatte. Laci´s Law ermöglicht, dass bei Tötung einer Schwangeren Anklage wegen Doppelmordes erhoben werden kann.

 

Finanzielle Gründe könnten in einigen US-Bundesstaaten (Montana, Kansas, New Mexico, Maryland) das Ende der Todesstrafe bedeuten. Angeblich verursacht lebenslange Verwahrung nur ein Zehntel der Kosten, die bei einem Todesurteil anfallen. 2/2009
Als 15. US-Bundesstaat verbot New Mexico die Todesstrafe (bisher mit Giftinjektion vollstreckt) und ersetzte sie durch lebenslange Haft ohne Begnadigungsmöglichkeit. Zwischen 1933 und 2001 waren neun Männer hingerichtet worden. 3/2009

1996 wurde Russland unter der Auflage die Todesstrafe abzuschaffen in den Europarat aufgenommen. Russland unterzeichnete das entsprechende 6. Protokoll der Menschenrechtskonvention, hatte es aber mit der Ratifizierung nicht sonderlich eilig.
Bis Ende 2009 galt die Regelung, dass die Todesstrafe weder verhängt noch vollstreckt werden durfte.
Im November 2009 entschied das russische Verfassungsgericht, dass die Todesstrafe rechtwidrig sei, weil Russland internationalen Regelungen unterliege, welche die Todesstrafe verbieten. Daran ändere auch die immer noch offene Ratifizierung des 6. Protokolls der Menschenrechtskonvention nichts.

 

Die Internationale Kommission gegen die Todesstrafe -gegründet 2010 in Madrid, seit Oktober 2011 Sitz in Genf - will ab 2015 ein weltweites Moratorium von Hinrichtungen erreichen.
2010 wurden in 23 Staaten Todesurteile vollstreckt. In 58 Staaten wird die Todesstrafe noch verhängt.

 

Film zum Thema:
Ein kurzer Film über das Töten Regie: Krzysztof Kieslowski

Buch zum Thema:
Der Weg zum Schafott. Dichter gegen die Todesstrafe R
ippberger-und-Kremers-Verlag; Berlin 2016

 

Letzte Aktualisierung:  30. August  2017

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