POLITIK ROHWARENMÄRKTE GEWERKSCHAFTEN KLIMA
Erdöl OPEC Ölsand Erdgas Schiefergas Gashydrate Offshore-Rechte Pipelines Steinkohle Atomenergie
Wasserkraft Erdwärme Holz Biotreibstoffe Solarenergie Windkraftwerke Klimazertifikate Todesopfer je Energieträger
| Um den Kopf weht eine Brise / Von besonnter Luft und Wiese, / dividiert durch viel Benzin. ERICH KÄSTNER |
ENERGIEPOLITIK |

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Weltweites Energieaufkommen
lt. IAEA 1. 1. 2011 Fossile Energie: 67,5 % Wasserkraft: 16,2 % Kernenergie:13,5 % Erneuerbare Energieformen: 2,8 % Andere: 2,0 % |
Weltweiter Energieverbrauch 2010 lt.
BP - World Energy Report Erdöl: 34 % + Erdgas: 24 % + Kohle: 30 % Wasserkraft: 6 % Kernenergie: 5 % Erneuerbare Energieformen: 1 % Andere: - |
Beginnen wir klein.
Daher
daheim. Im Nordosten Österreichs, im Weinviertel.
Mess- und Handelseinheiten: 1 Barrel
= 159 Liter 1
Tonne = 7,33 Barrel = 1.160 Liter = 1,16 m³ |
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| Knapp 1 Mio. t (2010: 965.112 t; inkl. 89.000 t NLG), 9 % des österreichischen Bedarfs, werden derzeit jährlich gefördert. Die Vorräte (31. 12. 10: 12,3 Mio. t) wären in 12 Jahren aufgebraucht, jedoch verlängern verbesserte Fördermethoden die Nutzungsdauer. 1 Barrel Weinviertler Erdöl kostet die OMV 11 Dollar. In diesem Preis sind die Förderkosten, Abschreibungen und der an die Republik abzuliefernde Förderzins enthalten. |
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Das seit 1949 genutzte "Feld Matzen" (Niederösterreich) ist das größte Ölfeld Kontinentaleuropas. Durch die ständige Weiterentwicklung der Fördertechniken liefert es auch heute noch aus insgesamt 244 Lagerstätten Erdöl. Von den ursprünglich vorhandenen 500 Millionen Barrel sind heute noch 350 Millionen vorhanden. Damit ist die nach herkömmlichen Methoden förderbare Menge von einem Drittel des Vorkommens fast erreicht. Dank innovativer Fördertechniken kann die OMV eine Lagerstätte zu 45 % ausbeuten. Das bedeutet, weitere 25 Jahre Förderbetrieb. Von 10 Aufschlussbohrungen nach Öl oder Gas sind bei der OMV 5 bis 7 erfolgreich, die hauptsächlich Gas fördernde RAG (im Besitz von EVN, E.ON + Ruhrgas, Salzburg AG) brachte 2009 6 Aufschlussbohrungen nieder. |
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| in Mio. € |
RAG |
OMV AG - Konzern |
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| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | |
| Umsatzerlöse | 368 | 275 | 339 | 25.542 | 17.917 | 23.323 | ||||||
| Betriebserfolg | 136 | 67 | 105 | 2.339 | 1.409 | 2.334 | ||||||
| Jahresüberschuss | 108 | 49 | 80 | 1.528 | 716 | 1.214 | ||||||
| Bilanzgewinn | 87 | 40 | 64 | 572 | 921 | |||||||
Österreichs Rohöleinfuhren in Millionen Tonnen
| 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| 6,19 | 7,51 | 8,26 | 7,68 | 7,31 | 7,86 | 8,29 | 7,82 | 7,56 | 7,84 | 7,69 | 7,60 | 7,94 | 7,43 | 6,77 |
Die wichtigsten Erdöllieferanten
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Österreichs in Mio. t |
Deutschlands in Mio. t |
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1990 |
2005 |
2009 |
2010 |
2008 |
2009 |
2010 |
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| Algerien | 1,5 | Russland | 2,2 | Kasachstan | 2,8 | Kasachstan | 1,8 | Russland | 33,6 | 34,6 | 33,9 |
| Libyen | 1,3 | Kasachstan | 1,6 | Irak | 1,2 | Libyen | 1,6 | Norwegen | 16,0 | 13,8 | 8,8 |
| Nigeria | 1,0 | Nigeria | 1,2 | Algerien | 1,1 | Nigeria | 0,75 | Großbritannien | 13,9 | 10,4 | 13,1 |
| Sowjetunion | 0,7 | Saudi Arabien | 1,1 | Libyen | 0,5 | Russland | 0,68 | Libyen Kasachst. | 10,4 | 8,3 | 8,1 |
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Quellen: Statistik Austria, Fachverband der Mineralölindustrie Österreichs , ÖMV, Mineralölwirtschaftsverband www.mwv.de |
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2007 importierte
2008 importierte
2009 importierte
2010 importierte
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| Wie
im Kleinen, so im Großen: Politische und militärische
Auseinandersetzungen haben auch immer wirtschaftliche Interessen als
Auslöser oder Hintergrund. Das Ziel des
Afrikafeldzugs
der Achsenmächte war das Erreichen der arabischen Ölfelder und des
Suezkanals. Sicherung der Transportwege und ungehinderter Zugriff auf die Energievorräte des Nahen Ostens sind in den letzten Jahrzehnten wichtige politische Ziele der westlichen Industrienationen. Ein kleiner Krieg scheint da allemal vertretbar. Siehe Golfkrieg. |
| Das einzige, über einen längeren Zeitraum halbwegs funktionierende Rohstoffkartell ist die OPEC. Zwei Drittel des international gehandelten Erdöls kommen aus den OPEC-Staaten. Ihr Anteil an den weltweiten Ölreserven beträgt sogar 70 %. | |
| Die OPEC wurde am 14. September 1960 in Bagdad (Irak) von fünf Staaten (Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela) gegründet. Bis September 1965 war ihr Sitz in Genf, danach und |
|
| bis
heute in Wien. [Die Jahresmiete der
OPEC-Residenz beträgt 1,8 Mio. € und wird je zur Hälfte von der Gemeinde
Wien und der Republik Österreich getragen. Stand
11/2009] Die Zielsetzung lautet:
In den letzten Jahren haben einzelne
OPEC-Mitglieder versucht, durch Androhung einer Reduzierung der
Fördermengen politische Ziele durchzusetzen. Mitgliedstaaten
sind Algerien, Indonesien¹, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Libyen,
Nigeria, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Venezuela und
Angola (seit 1. 1. 2007). Europa bezieht 38 % seines Erdöls aus OPEC-Staaten. Stand 1/2011 Bei einer Blockade folgender Seewege fallen pro Tag ... Prozent des Weltölhandels aus:
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| Multinationale Konzerne haben sich die Erdöl-Förderrechte in den wichtigsten Förderstaaten gesichert. Dafür müssen sie Förderzins bezahlen, der die Haupteinnahmequelle des Staatshaushalts der OPEC-Mitglieder darstellt. |
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| 1966 bezifferte die Firma
Shell die globalen Erdölreserven mit 48 Milliarden Tonnen. Hätte diese
Zahl gestimmt, gäbe es seit 20 Jahren kein Erdöl. 2009 betrug der Jahres- Weltbedarf 3,82 Mrd. Tonnen (2008: 3,93 Mrd. Tonnen). Laufend werden neue Vorkommen entdeckt, so dass derzeitige Prognosen von Vorräten bis mindestens 2055 sprechen - vorausgesetzt, es werden keine zusätzlichen Lagerstätten entdeckt und der Verbrauch bleibt auf gleichem Niveau. |
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Die bestätigten, wirtschaftlich gewinnbaren
Ölreserven betrugen zum 31. 12. 09
185 Mrd. t. Im Jahr 2010 stiegen die globalen Erdölreserven um
8,5 %. Die größte Zunahme - +113 % - verzeichnete Venezuela. Damit besitzt
es hinter Saudi Arabien die zweitgrößten Vorkommen. Aber wer weiß
schon, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird und was die Technik bis
dahin ermöglicht. Die größten
Erdölreserven der Welt lagern in
Saudi Arabien
Das CIA World Factbook (https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/) veröffentlichte im Frühjahr 2011 eine Reihung der Staaten mit den größten Ölreserven (inkl. Ölschiefervorkommen) und bezifferte deren Wert, wobei man von einem Preis von 112 $ je Barrel ausging: |
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| STAAT |
VORRÄTE in Mrd. Barrel |
LAGERWERT in Bio. $ |
STAAT |
VORRÄTE in Mrd. Barrel |
LAGERWERT in Bio. $ |
| Saudi Arabien | 264,6 | 29,75 | Libyen | 47,0 | 5,3 |
| Kanada | 175,2 | 19,70 | Nigeria | 37,5 | 4,2 |
| Iran | 175,2 | 19,70 | Kasachstan | 30,0 | 3,4 |
| Irak | 115,0 | 12,90 | Qatar | 25,4 | 2,9 |
| Kuwait | 104,0 | 11,70 | China | 20,3 | 2,3 |
| VAR | 97,8 | 11,00 | USA | 19,1* | 2,1 |
| Venezuela | 97,7 | 11,00 | Angola | 13,5 | 1,5 |
| Russland | 74,2 | 8,30 |
| *Das
US-Energieministerium beziffert die Öl-Vorkommen (in Schiefergestein) mit
6 Bio. Tonnen wovon 1,5 Bio. t bis 2
Bio. t wirtschaftlich nutzbar sind.
Damit betragen die
US-Vorräte ein Fünffaches jener von Saudi Arabien! Im Juli 2011 lieferte die OPEC ihre Version der Staaten mit den größten Erdölreserven (ohne Ölschiefer): |
| STAAT |
VORRÄTE in Mrd. Barrel |
STAAT |
VORRÄTE in Mrd. Barrel |
STAAT |
VORRÄTE in Mrd. Barrel |
| Venezuela | 296,5 | Qatar | 25,4 | Aserbaidschan | 7,0 |
| Saudi Arabien | 264,6 | USA | 19,1 | Sudan | 6,7 |
| Iran | 151,2 | China | 18,0 | Indien | 5,8 |
| Irak | 143,1 | Brasilien | 12,8 | Malaysia | 5,5 |
| Kuwait | 101,5 | Algerien | 12,2 | Oman | 5,5 |
| Russland | 79,4 | Mexiko | 11,7 | Kanada | 4,9 |
| Libyen | 47,0 | Angola | 9,5 | Vietnam | 4,7 |
| Kasachstan | 39,8 | Ecuador | 7,2 | Ägypten | 4,4 |
| Nigeria | 37,2 | Norwegen | 7,0 |
Australien |
4,1 |
| Nach der ersten Ölkrise
1973/74, als eine Liefersperre der OPEC-Staaten den Rohölpreis auf das
Dreifache steigen ließ (nach heutigem Wert auf 45
$ pro Fass),
blieb der Preis lange Zeit auf diesem Niveau.
Die islamische Revolution in Iran und der
iranisch/irakische
Krieg führten zu einem neuerlichen großen Preissprung. Nach
heutiger Kaufkraft mussten pro Fass 90 US Dollar
bezahlt werden. Hatten wir 2006 fast erreicht. Am 21. November 2007 überschritt der WTI-Preis erstmals die 99-Dollar-Marke. 1 Fass WTI kostete 99,29 Dollar (1,48 $ = 1 €), während des 2. Jänner 2008 kurzfristig die 100-Dollar-Marke (1,47 $ = 1 €, 1£ = 1,98 $) Die NZZ schrieb am 22. November: Im April 1980 kostete das Fass $ 39,50, was gemäß Cambridge Energy Research Associates einem heutigen Preis von $ 99,04 entspricht. Die International Energy Agency hingegen errechnet einen teuerungsbereinigten Rekordpreis von 101,70. Dazu kommt noch die gegenüber dem Dollar sehr günstige Wechselkursentwicklung des Euro. Inflation + Eurokurssteigerung berücksichtigt kostete 1 Barrel Brent 1985 knapp über 30 € und im Oktober 2007 25 €. In der Tabelle sind die Preisspitzen bis 2000 im Fünf-Jahresrhythmus danach für jedes Jahr, bzw. in der letzten Spalte der bisher erreichte Tages-Höchstpreis des laufenden Jahres angeführt: |
Rohölpreis in US-$ / Barrel Sorte: Brent
| 147 | |||||||||||||||||
| 122 | |||||||||||||||||
| 96 | 94 | 110 | |||||||||||||||
| 79 | 80 | ||||||||||||||||
| 66 | |||||||||||||||||
| 51 | |||||||||||||||||
| 35 | |||||||||||||||||
| 25 | 25 | ||||||||||||||||
|
15 |
|||||||||||||||||
| 10 | |||||||||||||||||
| 2 | |||||||||||||||||
| 1960 | 1965 | 1970 | 1975 | 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 |
|
Allzeit-Höchststand am 11. Juli 2008: 147,50 $ |
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Die Barrel-Preise dreier Ölsorten notieren an den
Ölbörsen:
*Preis
am Spotmarkt zur sofortigen Lieferung |
|
Täglicher Ölbedarf 2011 weltweit: 89,5 Mrd.
Barrel Täglicher Ölbedarf 2012 weltweit: 91 Mrd. Barrel (Prognose)
Weltverschwender Nr. 1 im Bereich
Energie waren bis 2009 die USA. Bei
Erdöl sind sie immer noch mit Abstand größter Verbraucher. Im
Vergleich mit China (2009: 420 Mio. t) ist der US-Verbrauch doppelt
so hoch. 2010 förderte Kanada
3,1 Mio. Barrel / Tag In
Mexiko,
2003 noch fünftwichtigster Erdölproduzent, 2009
mit 148 Mio. t bereits an siebenter Stelle, gehen die Vorräte (12,9
Mrd. Barrel) zur Neige. Bei einer täglichen Förderung von 2,8 Mio.
Barrel 2010 (2004 waren es noch 3,8) geht die Hälfte in den Export. Die
Vorräte in den erschlossenen Lagerstätten gehen rasch zur Neige.
Voraussichtlich müssen 2012 die Exporte eingestellt werden.
Quelle: Rohstoff Report
2+9/08
Norwegen, siebtgrößter Öl- und
zweitgrößter Erdgasexporteur, hat neue Reserven entdeckt. 200 km vor
der norwegischen Küste fand der Ölkonzern Statoil in der Barentsee
ein Feld mit rund 500 Mio. Barrel Öläquivalenten. In Öläquivalenten
wird der Energiegehalt einer Fundstätte angegeben, da neben Erdöl
immer auch Erdgas vorhanden ist.
Quelle: Handelsblatt 4.
4. 11 Weit besser steht der
Iran da. Bei gleich bleibendem Verbrauch langen seine
Ölvorräte noch für 90 Jahre, bei Erdgas sieht es mit 220 Jahren noch
besser aus. Stand Juli 2007 Saudi Arabien
erwirtschaftet 50 bis 60 Prozent seines BIP aus dem Verkauf von
Erdöl. Von den Gesamtexporten entfallen 85 % auf Erdöl. 9 bis 10
Mio. Fass werden täglich gefördert, in Krisenfällen kann die
Förderung auf 12,5 Mio. gesteigert werden.
China, der fünftgrößte Erdölproduzent
der Welt, verbrauchte im Sommer 2008 fast 10 % der täglichen
Weltförderung (>8 von weltweit 85 Mio. Barrel );
Deutschland fördert
aus nationalen Quellen
1,4 Mio. t / Jahr. Die Reserven
betragen 56 Mio. t, wovon 20 Mio. t
erst 2011 gefunden wurden. Deutschlands Rohölimporte kamen
2009 zu 35 % aus Russland. AFRIKAs
nachgewiesene Ölreserven werden mit 132,1 Mrd.
Barrel beziffert. Afrikanisches Tiefseeöl ist leicht und
schwefelarm.
Die steigende Nachfrage der bevölkerungsreichsten Staaten China und Indien wird auch Zukunft für hohe Rohölpreise sorgen. Ende 2007 wurden 80 % der globalen Ölreserven
von staatlich gelenkten Ölgesellschaften kontrolliert, 1970 waren es
nur 15 %. Die Großmächte China,
Russland und die
USA werben um die Gunst korrupter afrikanischer, arabischer
und südamerikanischer Erdölstaaten und blockieren mit ihrem
Vetorecht im UN-Sicherheitsrat UN-Maßnahmen gegen deren Regierungen
(siehe Völkermord in
Dafour).
Die riesigen Teersand-Lagerstätten
in Kanada katapultieren das Land in der Liste der Staaten mit den
größten bewiesenen Erdölreserven an die zweite Stelle (1.
Saudi Arabien - 35
Milliarden Tonnen Ein Viertel aller bisher nicht entdeckten
Erdölvorräte der Welt werden in der
Barentssee vermutet. Sie liegt im Hoheitsgebiet von
Norwegen und
Russland. Streitigkeiten über den Grenzverlauf gibt es seit
1974! |
| % der WP | % der WP | % der WP | |||
| Russland | 12,9 | Mexiko | 3,7 | Brasilien | 2,7 |
| Saudiarabien | 12,0 | Venezuela | 3,2 | Norwegen | 2,5 |
| USA | 8,7 | VAE | 3,2 | Angola | 2,3 |
| Iran | 5,2 | Kuwait | 3,2 | Kasachstan | 2,1 |
| China | 5,2 | Irak | 3,1 | Libyen | 2,0 |
| Kanada | 4,2 | Nigeria | 2,9 | Algerien | 2,0 |
Größte Verbraucher: USA 22,5 % China 9,6 % Japan 5,6 % Russland 3,3 % der Weltproduktion Quelle: BP, Statistical Review 2011
| Die afrikanischen
Lagerstätten südlich der Sahara, die hohe Erschließungskosten
verursachen, gewinnen mit steigenden Ölpreisen an Bedeutung. China (siehe
oben) und Indien investieren in den Erdölsektor, um sich Förderrechte zu
sichern. Die USA beziehen bereits
15 % ihrer Erdöleinfuhren aus Afrika
und wollen den Anteil bis 2015 auf 25 % steigern. Die Schweiz bezieht fast ein Drittel ihres Rohölbedarfs aus Afrika. Quelle Erdölvereinigung www.erdoel.ch Nigeria, Angola, Äquatorialguinea, Elfenbeinküste, Ghana, Benin, Gabun, Senegal, Kamerun, Tschad, Sudan, ... lang ist die Liste der Staaten mit schon genutzten, entdeckten oder vermuteten Lagerstätten. 1,9 Millionen Fass fördert Angola (7/2009) täglich, damit liegt es unter den afrikanischen Staaten gleichauf mit Nigeria an der Spitze. |
| Den Nachfrageprognosen für Erdöl passen die Reedereien die
Charterpreise ihrer ERDÖLTANKER an. Für einen 300.000 t Tanker waren
Ende 2005 durchschnittlich 85.000,- € täglich an
Miete
zu bezahlen. 13.000,- $ pro Tag musste 2011 für eine Aframax-Tanker (Fassungsvermögen 70.000 bis 120.000 t) an Miete gezahlt werden, VLCC-Tanker (Fassungsvermögen >200.000 t) kosteten 27.000,- $ pro Tag. Kurs 16. 11.11: 1 € = 1,35 $ Es zahlt sich aus, voll beladene Tanker vor der Küste längere Zeit ankern zu lassen, wenn sich der Ölpreis auf dem Terminmarkt (siehe Futures) erheblich nach oben bewegt. Im Jänner 2009 betrugen die Lagerkosten auf einem Riesentanker (VLCC-Tanker Very Large Crude Carrier) 75 bis 90 Cent pro Barrel und Monat. Z. B. warteten im Feber 2009 auf etwa 70 VLCC-Tankern und 20 Suezmax-Tankern* rund 80 Mio. Barrel auf bessere Preise. *Suezmax-Tanker war die ursprünglich Bezeichnung der größten Tanker, die den Suezkanal durchqueren konnten. Sie sind in die Größenklasse von 120.000 bis 200.000 TDW (tons deadweight = Fassungsvermögen in Tonnen) einzuordnen. Die Mietkosten für eine Hubbohrinsel betragen
bis 120.000,- € pro Tag. Oder man kauft sie. Offshore-Taucher sind hauptsächlich "Einzelunternehmer" (Freelancer), die für einen bestimmten Zeitraum bzw. Einsatz von Öl- oder Taucherfirmen engagiert werden. Sie sind weltweit unterwegs, ihre Arbeit verrichten sie in Meerestiefen bis 400 Meter. Mit einem Tagesverdienst von 500 bis 1.500 Euro scheint ihre gefährliche Tätigkeit eher unterbezahlt. Sie verlegen und kontrollieren Pipelines, verankern und montieren Bohrtürme, bringen Ventile an Gas- oder Ölquellen an. Die großen
Erdölkonzerne sichern sich zwar die Rechte an vermuteten Lagerstätten,
beauftragen mit deren Erkundung jedoch Fremdfirmen. Die bedeutendsten sind
Technip
Wem
gehört der Meeresgrund?
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Weitere 12 Jahre vergingen, bis der
Vertrag 1994 in Kraft treten konnte. Seither (Stand
2007) haben ihn 153 Staaten unterzeichnet. Auf der Website der ISA http://www.isa.org.jm/en/home sind die vergeben Claims auf den Internationalen Seekarten eingezeichnet. |
| Im September 2010 unterzeichneten der russische Präsident und der norwegische Ministerpräsident ein Abkommen über den genauen Grenzverlauf in der Barentssee. Damit konnten die beiden Staaten mit der Suche nach den in diesem Gebiet vermuteten umfangreichen Gas- und Ölvorkommen beginnen. |
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PIPELINES transportieren
Erdöl und Erdgas. Sie bestehen aus Stahllegierungen (mit Niob und
Titan), ihr Durchmesser beträgt 150 Zentimeter. Jede Schweißnaht wird
mittels Ultraschall und Röntgen geprüft. Nahtstellen werden mit einem
Kunststoff- bzw. Glasvlies-Bitumengewebe ummantelt um sie vor Korrosion
zu schützen. Offshore-Pipelines werden mit Beton ummantelt, was ihnen zusätzlichen Schutz und Gewicht verleiht. Gasröhren verfügen über eine Innenbeschichtung, die für ein reibungsarmes Durchgleiten sorgt. Der Druck in den Ferngasleitungen auf dem Festland beträgt bis zu 100 bar, bei Leitungen auf dem Meeresgrund bis zu 200 bar. Um den Druck über große Strecken konstant zu halten, sind alle 100 bis 200 Kilometer Kompressoren installiert.
Unterirdische Pipelines werden entlang ihres Verlaufs mit gelben
(Erdgas) oder orangefarbenen (Erdöl und Mineralölprodukte) Hütchen
markiert. Das Betreiben von Pipelines ist
ein einträgliches Geschäft. |
|
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Bei Kontrollflügen sind Undichtheiten am verfärbten Erdreich
zu erkennen. Das Innere der Leitungen wird mit "Molchen" (= Metallzylinder mit Messinstrumenten bzw. mit Bürsten und Schabern), deren Durchmesser dem Pipeline-Innendurchmesser entspricht, kontrolliert bzw. gereinigt. Die Molche werden vom Druck des Transportguts von Schieberstation zu Schieberstation vorangetrieben. |
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In Österreich dürfen Pipelines nicht einfach so in
der Gegend verlegt werden, sondern die Bauvorhaben müssen veröffentlicht
und den Betroffenen ist Gelegenheit zum Einspruch zu gegeben: |
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BMWA-556.100/033-IV/5a/2008 Kundmachung Gemäß §§ 44, 45 und § 47..... wird kundgemacht: Die Oberösterreichische Ferngas Aktiengesellschaft ... hat um die Erteilung der gasrechtlichen Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb der Erdgas-Hochdruckleitungsanlage HDL 100 Puchkirchen - Reitsham, Innendurchmesser 781mm, DN 800, PN 70, Länge 39.200 m gemäß §§ 44, 45 und § 47... Die oben angeführte Erdgas-Hochdruckleitungsanlage berührt die Gemeindegebiete der nachstehend angeführten Gemeinden ... Jedermann kann innerhalb der sechswöchigen Auflagefrist an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit... zum Vorhaben eine schriftliche Stellungnahme abgeben oder schriftliche Einwendungen erheben. ... |
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|
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Beginnen wir wieder in
Österreich.
1,70 Mrd. m³ Erdgas, gefördert
2010 in den Bundesländern Nieder- und Oberösterreich, decken
17 % des Jahresbedarfs. Die Importe
(2010:
9,92 Mrd. m3)
holen wir uns dort, wo das auch die anderen europäischen Staaten tun:
hauptsächlich aus Russland
(5,5 Mrd. m3),
den Rest aus Westeuropa (2010: Norwegen
1,3 Mrd. m3
und anderen
3,0 Mrd. m3). Quelle: Fachverband der Mineralölindustrie Österreichs JAHRESBERICHT 2010 |
|
Russland hat mit der
OMV
einen Erdgas-Liefervertrag bis zum Jahr 2027
abgeschlossen, kommt jedoch seinen Verpflichtungen nur nach, wenn sie
seinen machtpolitischen Zielen nicht entgegenstehen. Gasverbrauch 2010: 9,105 Mrd. m3 (davon Haushalte + Gewerbe 27 %, Industrie 39 %, Kraftwerke + Fernwärme 34 %) Seit 1961 muss Ö Erdgas importieren, bis dahin reichte die damalige Fördermenge von jährlich 1,6 Mrd. m3 für den Eigenbedarf. Einen kleinen, nationalen Lichtblick gab es Anfang 2005, als die OMV im Wiener Becken eine Erdgaslagerstätte mit 4 Mrd. m³ Inhalt entdeckte. Damit verbessert sich Österreichs Eigenversorgung ab 2010 auf 20 %. Die sicheren und wahrscheinlichen Gasreserven in Ö betragen 24,7 Mrd. m3. Stand 1. 1. 2011 2011 entdeckte die OMV im niederösterreichischen Weinviertel ein riesiges Schiefergasvorkommen, das den Inlandsbedarf für mehrere Jahrzehnte zur Gänze decken könnte. Bei der Lagerstättensuche wird mit vibrierende Metallplatten der
Untergrund erschüttert, das Echo der Schwingungen mit Geophonen erfasst
und in Ultraschallbilder umgewandelt. Die Ergebnisse ermöglichen ein
gezieltes Platzieren der Bohrungen.
Wie viel der Pipelinebetreiber für die
Erdgas-Durchleitung in Österreich verlangen darf, ist in der
SonT-GSNT-VO (Sonstige Transporte-Gas-SystemNutzungstarife-VerOrdnung)
geregelt. In der Novelle für 2009 waren das laut
Der Preis für Erdgas wird in Dollar pro 1000 m3
angegeben: ... $ /1000 m3 Die Erdgas-Importe der Schweiz kommen zur Hälfte aus der EU, je 21 % aus Russland und Norwegen, die restlichen 8 % entfallen auf mehrere Staaten. Die Erdgas-Importe Deutschlands
kamen 2008 zu 37 % aus
Russland (2010:
39 Mrd. m3), 24 % lieferte Norwegen,
18 % die Niederlande. 15 % des Verbrauchs
werden im Inland gefördert, hauptsächlich in Niedersachsen. In Westeuropa wurden mit 270 Mrd. m3 2 Prozent mehr Erdgas gefördert als im Vorjahr; es stammte zu über 80 Prozent aus den drei größten Förderländern Großbritannien (110 Mrd. m3), den Niederlanden (62 Mrd. m3) und Norwegen (51 Mrd. m3). Russland plant eine Produzentenvereinigung nach dem Muster der OPEC. Ein Treffen wichtiger Erdgasexporteure in St. Petersburg (23. 12. 2008) sollte das Vorhaben auf Schiene bringen. Der
Erdgasverbrauch in Westeuropa betrug 400
Mrd. m3.
Erdgas deckte damit unverändert 23
Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Westeuropa. Polen besitzt Schiefergasreserven im Ausmaß von 187 Bio. Kubikfuß und kann damit seinen Erdgasbedarf für die nächsten 300 Jahre decken. Energy Information Agency EIA Frankreich besitzt Schiefergasreserven im Ausmaß von 108 Bio. Kubikfuß, die es nicht zu nutzen gedenkt. Ein Gesetz über das Förderverbot wurde 2011 beschlossen.
Die
USA konnten
während mehrerer Jahre bis 2010 wie bei Erdöl auch bei Erdgas ihren hohen
Bedarf nicht aus eigenen Vorkommen decken. 15 %
mussten importiert werden, bis die
Gewinnung von
Schiefergas das Land für die
nächsten 100 wieder autark machte. Gegenstimmen sprechen maßloser
Übertreibung durch die Energiekonzerne und sehen die Erschöpfung der
Vorräte bereits nach sieben Jahren.
Gewinnung von
Schiefergas: Das Gas befindet sich in Millionen kleiner Poren
im Tonstein (auch als Schiefer bezeichnet). Der Tonstein wird senkrecht
angebohrt, dann die Bohrung horizontal über eine Strecke von etwa 2000 m
weiter geführt. Anschließend wird unter hohem Druck ein Gemisch aus
Wasser, Sand und Chemikalien (Substanzen, wie sie in Waschmitteln oder
Kosmetika verwendet werden) in das Bohrloch gepresst. Dieser Vorgang
wird als "Hydraulic Fracturing" oder "Fracking"
bezeichnet. Dabei entstehen unzählige Risse, durch die das Erdgas
entweichen kann. Das Fracking ist nach
wenigen Tagen beendet, danach steht das Bohrloch für die Produktion
bereit. CHINA gibt seine Gasreserven mit 2,45 Bio. m3 an. Verbrauch 2008: 78 Mrd. m3 In
Russland betrug 2006 die
Erdgasförderung 520 Mrd. m3.
Das Fördervolumen entsprach 22 Prozent der
gesamten Erdgasförderung in der Welt. Russland blieb damit größtes
Förderland und mit 187
Mrd. m3
auch größter Exporteur. Der Irak versteigerte am 20. 10. 2010 drei Erdgasfelder. Das Akkas-Feld (Reserven 158 Mrd. m3) ersteigerte ein südkoreanische-kasachisches Konsortium, das Mansuria-Feld (Volumen 127 Mrd. m3) ging an eine türkisch-südkoreanisch-kuwaitische Firmengruppe, Siba (34 Mrd. m3) sicherte sich ein türkisch-kuwaitisches Joint Venture. Vor Israels Küste warten mehrere Erdgasfelder auf ihre Ausbeutung. In den beiden größten, "Leviathan" und "Tamar" lagern 430 Mrd. m3 bzw. 225 Mrd. m3. Nach eigenen Angaben (Gasco) liegt Ägypten in der Weltrangliste der Erdgasproduzenten an sechster Stelle. Laut CIA wurden 2009 62,7 Mrd. m3 produziert. Die Vorräte betragen 2210 Mrd. m3. Schätzung 2011
Bekannte Erdgasreserven 1988: 109.720
Mrd. m3
Die größten Produzenten 2008 waren Russland (602
Mrd. m3),
USA (582
Mrd. m3),
Kanada (175
Mrd. m3),
Iran (116
Mrd. m3),
Norwegen (100
Mrd. m3).
Quelle: BP Statistical
Review of World Energy 2008 |
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25 "Erdgaspakete" zu je
zehn Millionen Kubikmeter/Jahr konnten 2008 via Internet ersteigert
werden. Bieter mussten sich auf der Website
www.gashub.at
registrieren: EconGas, Austria’s Business to Business natural gas supplier, offered 25 lots of natural gas of roughly ten million cubic meters each, which is equivalent to a total of 2,788,920 MWh or to the annual consumption of about 125,000 households. |
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Erdgas
in Prozent der Welt-Gesamtmenge |
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| Größte Verbraucher | Größte Produzenten | Größte Reserven | ||||||
| USA | 27 | USA 2009: 624 mrd ³ | 20 | Russland | 26 | |||
| GUS | 23 | Russland 2009: 582 mrd ³ | 19 | Iran | 16 | |||
| Naher Osten | 8 | Naher Osten | 10 | Katar | 14 | |||
| Großbritannien | 4 | Kanada | 7 | Turkmenistan | 7-12 | |||
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Mit seinen Lieferungen von insgesamt rd. 55 Mrd. m3, die - per Pipeline und in Form von Flüssiggas (LNG) - nach Westeuropa, sowie als Flüssigerdgas in die Türkei und in die Vereinigten Staaten von Amerika gingen, blieb Algerien auch das mit Abstand bedeutendste Erdgasexportland Afrikas. Weitere Exportländer waren Libyen und Nigeria.
Als Machtinstrument verwendet Russland
sein Erdgaspotential. Politisch widerborstigen Abnehmern berechnet der
staatliche Monopolist Gazprom höhere Preise.
Russland hat Turkmenistan
vertraglich zur Lieferung bedeutender Mengen (50 Mrd. m3 pro
Jahr) verpflichtet. Damit verlieren besonders die EU-Staaten eine
alternative Bezugsquelle, ihre wirtschaftliche und politische
Erpressbarkeit durch Russland wird damit weiter erhöht. Aserbaidschans staatlicher Energiekonzern SOCAR liefert ab 2011 pro Jahr 2 Mrd. m3 Erdgas (bisher 1 Mrd. m3) an Russland. Als Land mit den größten Erdgasreserven benötigt Russland das Gas nicht, sondern will es künftig den NABUCCO- Betreibern entziehen.
Obwohl es keine Vereinbarungen mit zukünftigen
Erdgaslieferanten gibt, unterzeichneten Österreich, Ungarn, Rumänien,
Bulgarien und die Türkei am 13. Juli 2009 einen Vertrag über den Bau der
Erdgasleitung NABUCCO. BP überlegt den Bau einer 1.300 km langen Leitung, Bezeichnung SEEP (South-East-Europe-Pipeline), die mit bestehender Infrastruktur verbunden werden soll. Erdgas aus Aserbaidschan soll durch sie nach Österreich fließen.
Mit europäischen Partnern baute
Gazprom (hält 51 %; wie die Vergangenheit gezeigt hat, ein seriöser,
vertragstreuer Partner) die Ostsee-Pipeline
NORTH
STREAM. Am Projekt beteiligt: Eon (15,5 %),
Wintershall (15,5 %), Gasunie
(NL; 9 %), GDF Suez (F; 9 %).
Die Streckenführung der
SOUTH
STREAM, der russischen "Konkurrenz"-Pipeline zu
NABUCCO,
umgeht ebenfalls die Ukraine. Sie wird von
Gazprom betrieben, zu deren Projektpartner neben der
italienischen ENI und einigen Osteuropäern
auch die OMV zählt, die damit ihr
Engagement bei
NABUCCO
konterkariert (oder
besonders schlau ist?). SOUTH
STREAM führt von Russland durch das
Schwarze Meer nach Bulgarien, wo die Leitung geteilt wird. Ein Zweig
führt nach Italien, der andere nach Österreich. Im März 2011 schloss
sich die BASF-Tochter Wintershall mit 15 %
dem Konsortium an, das SOUTH
STREAM durch das Schwarze Meer
verlegt und betreibt.
Die
MACKENZIE-Pipeline (Kanada) soll
Erdgas von der Eismeerküste über 1.196 km nach Süden transportieren.
Zusammen mit einer 457 km langen Leitung für Flüssiggas wird sie 16
Mrd. kanadische $ (12 Mrd. € Kurs 12/2010)
kosten. Nach einer Studie der Internationalen Energieagentur (Juni 2006) wird ein Fünftel der weltweiten Stromproduktion für Beleuchtungszwecke verwendet. Das entspricht in etwa jener Strommenge, die alle Gaskraftwerke auf der ganzen Welt erzeugen. Die Kosten dafür betragen jährlich 360 Milliarden Dollar.
Schiefergas
(auch Shale-Gas oder
nicht konventionelles Gas) Bereits 2011 stammten mehr als 50 % des in den USA geförderten Erdgases aus nichtkonventionellen Quellen. Nach Jahrzehnten der Importabhängigkeit konnten die Amerikaner sogar Erdgas exportieren. |
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![]() |
Bei minus 161° Celsius
verflüssigtes Erdgas (LNG -
Liquefied Natural
Gas) nimmt einen 600mal geringeren Raum ein als gasförmiges.
Dadurch eignet es sich sehr gut für den Transport mit Tankschiffen. Die
Kosten für die dazu erforderlichen Einrichtungen - ein
Verflüssigungsterminal kostet 2 Mrd. $, die
Rückverdampfungsanlage 1 Mrd. $- sind jedoch beträchtlich.
Tankschiffe gibt es ab 200 Millionen €, auch keine Kleinigkeit. LNG macht unabhängig von politischer Willkür unterworfener transnationaler Pipelines. Die Mehrkosten des Flüssiggases heben sich bei Transportdistanzen über 3.000 km auf, bei dieser Strecke entsprechen sie ungefähr den eingehobenen Pipeline-Gebühren. Rund 30 % (226 Mrd. m3) beträgt der Anteil von Flüssiggas am weltweiten Gashandel. Statistisches Jahrbuch BP 2007 [Bild links: Zapfsäule für mit Flüssiggas betriebene PKW und LKW. Bild: WEBSCHOOL] |
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China hat schon vorgesorgt. Ab 2013 erhält es von Australien
jährlich 2 bis 3 Mio. t
LNG - über
einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. Vertragswert:
24 bis 30 Mrd. Euro. Australien produziert knapp 10 % des weltweiten LNG Bedarfs. Das russische Sachalin-2-Projekt erzeugt ab 2010 ~10 Mio. t LNG (= 5 % der WP), zwei Drittel hat sich Japan, mit 70 Mio. t der weltweit größte LNG-Importeur, vertraglich gesichert. Katar wird bis 2011 seine LNG -Produktion auf 77 Mio. t steigern (2009: 30 Mio. t) Exxon-Mobil und die australische Oil Search werden ab 2014 in Papua-Neuguinea über einen Zeitraum von 30 Jahren jährlich 6,6 Mio. t LNG erzeugen. Das Erdgas wir über Pipelines aus dem Hochland nach der Hauptstadt Port Moresby transportiert und dort verflüssigt. Papua-Neuguinea ist an Oil Search mit 17 % beteiligt.
85 Prozent des LNG sind über langfristige Verträge
verkauft, 15 Prozent werden auf dem Spotmarkt zu tagesaktuellen Preisen
gehandelt.
Gashydrate (Clathrate) sind feste, aus Eis und Gas (Methan)
bestehende Verbindungen. Sie entstehen bei Temperaturen unter 5 Grad unter
hohem Druck (>50 bar). Bedingungen, die in den Permafrostböden Alaskas,
Kanadas und Sibiriens sowie im Meersboden herrschen. |
|
| Die
Bedeutung und damit der Preis der
Steinkohle
nehmen zu. Ursache sind die stetig steigenden Erdölpreise, die starke
Stahl-Nachfrage und die weiterhin dominierende Stellung der Kohle bei
der Stromproduktion. Der Referenzpreis für eine Tonne Steinkohle lag 2009 bei 70 $ (46 €). Auf dem Spotmarkt wurden über 80 $ erzielt. 2010 wird ein Referenzpreis von 85 $ (56 €) erwartet. Laut Internationaler Energieagentur (IAEA) wird der Kohleverbrauch bis 2030 weiter zunehmen. China und Indien werden dann 80 % der weltweit verfügbaren Kohle verbrauchen. 15 % der Weltförderung werden international gehandelt. 70 % der in China verbrauchten Energie stammen aus der Verbrennung von Kohle. Quelle: Chines. Land- + Rohstoffminist. 2009 Mehr als 90 % des polnischen Stroms werden aus eigener Steinkohle erzeugt.
Abhängig von der Konjunktur und den Wetterbedingungen
benötigt Österreich jährlich 2,5 bis 3 Mio. t
Kessel- und Kokskohle. 1,5 Mio. t kommen aus Polen, 800.000 t aus
Tschechien, der Rest aus dem GUS-Raum.
Von den weltweit verbrauchten 5,37 Mrd. t entfielen auf
Asien 63 %, USA + Kanada benötigten 19 %, Europa begnügte sich mit 7 %.
WCI 2006
In Moçambique liegen die
größten - noch unerschlossenen - Kohlevorkommen der Welt.
23 Mrd. Tonnen
befinden sich in der Region rund um die Stadt Moatize.
Ab 2011 will
Vale
dort 2 Mio. t, später 10 Mio. t pro Jahr gewinnen.
Gleiches plant die indische
Ncondezi.
Riversdale
beginnt 2011 mit 5,3
Mio. t und will den Abbau auf
20 Mio. t. steigern. |

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Kohle war ja schon einmal ganz groß da. In einem Inserat der Firma RUHRKOHLE vom Oktober 1959 wird auf die Bedeutung und vielseitige Nutzung der Steinkohle hingewiesen: |
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Überall in unserem täglichen Leben brauchen wir Eisen, brauchen wir
Stahl. Stahl und Eisen können wir nur mit Hilfe der Kohle gewinnen. Ohne
Kohle gäbe es viele Dinge nicht, die für uns heute selbst- verständlich
sind. Kohle ist als Grundstoff ebenso unentbehrlich für Medikamente wie
für Textilfasern, für Kunststoffe und Filme, für Waschmittel und tausend
andere Dinge mehr. Kohle Fundament von Wirtschaft, Wohlstand und Fortschritt Für die Produktion all der Güter, die wir brauchen, um angenehmer und besser zu leben, braucht unsere Wirtschaft Tag für Tag, Stunde für Stunde große Mengen an Energie. Fast neun Zehntel davon werden aus Kohle gewonnen. Daß unser Lebensstandard wächst, daß es uns allen besser geht - die Kohle war und ist Voraussetzung und festes Fundament von Wirtschaft und Wohlstand. Sie ist immer wirtschaftlich, immer greifbar, immer sicher, immer zur Hand - unsere Kohle! Es geht nicht ohne Kohle |
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RUHRKOHLE |
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| Bei der Kohleverflüssigung
(Coal-to-Liquid-Verfahren) erhält man Erdöl bzw. Erdölprodukte. Sie wird
ab einem Erdölpreis von 60 $ / Barrel wirtschaftlich. Allerdings nur,
wenn man die enormen Umweltbelastungen nicht in Rechnung stellt. Derzeit gibt es Verflüssigungsanlagen in Südafrika. In China und Australien ist ihr Bau geplant. |
| Zu Erdöl und Erdgas gibt
es Alternativen. Die ganz Böse - Atomkraftwerke,
die Böse -Kohle (siehe
oben) und die Guten - Solarenergie,
Geothermische Energie, Windkraft, Gezeitenkraft
und Wasserkraft. Kohle
deckt derzeit noch 20 % des
Weltenergieverbrauchs, Atomkraftwerke
und Wasserkraftwerke jeweils
7 %.
Die Zeit der umweltfreundlichen Energiegewinnung wird erst kommen, wenn der Erdölpreis so richtig weh tut oder irgendwann einmal die Erdölquellen versiegen. Jedoch: wenn Erdöl nicht mehr sprudelt, wird den Amerikanern wieder einfallen, dass es allein in Nordamerika riesige Vorkommen an Ölsanden und Ölschiefern gibt. Daraus kann man 400 Milliarden Tonnen Öl zu Förderkosten von 40 US-Dollar pro Barrel (das wird man dann gerne bezahlen) gewinnen. Die reichen für weitere 130 Jahre. Und bis dahin bin ich schon alt. |
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Atomenergie |
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![]() |
„Unser
Freund, das Atom“ -
oder so ähnlich - hieß ein Film, der in den Fünfzigern dem ehrfürchtig
staunenden Publikum eine strahlende (damals noch ohne Doppelsinn)
Zukunft in Aussicht stellte. Die Atomenergie, als Flaschengeist mit dem
Oberkörper eines Bodybuilders dargestellt, wurde als unerschöpfliche
Energiequelle gepriesen, deren friedliche Nutzung uns von unzähligen
irdischen Lasten befreien würde. Bild links: Demo gegen AKW-Temelin vor dem Bundeskanzleramt am 31. 1. 2007 |
|
Mit reichlich Optimismus und - auf Grund der weltweit üppig veranstalteten Atombombentests - rapide angestiege-ner Radioaktivität, spazierten wir glücklich durch Stadt und Land. Während uns der radioaktive Fallout der diversen atmosphärisch, oberirdisch, unterirdisch oder unterseeisch gezündeten Atombomben den Körper auflud, trieb uns das so uneigennützig um unser Wohl bemühte „gute“ Atom Dankbarkeitstränen ins Auge. Auf die versprochenen „Atomsklaven“, die uns von der lästigen Arbeit im Haushalt und in der Industrie befreien sollten, warten wir noch. Wenigstens die Rolle als Energielieferant versuchte der Flaschengeist zu erfüllen. Spätestens seit den Unfällen von Harrisburg (Kraftwerk "Three Mile Island" 1979) und Tschernobyl (1986) steht es jedoch um sein Image nicht mehr zum besten. Das japanische AKW Fukushima Daiichi hielt im März 2011 einem Doppelschlag - Erdbeben + Tsunami - nicht stand und brachte die einschlägigen Sicherheitsdebatten für kurze Zeit wieder in die Medien. 2008 deckten die weltweit 437 Reaktoren 16 % (= 2.658 Mrd. kWh) des Stromaufkommens. 32 waren in Bau, 74 fest geplant . Quelle: WNA World Nuclear Association 2011 erzeugten weltweit 438 Reaktoren , verteilt auf 212 AKW in 30 Staaten, 3.707 Mrd. kWh. 56 waren in Bau , sie sollten pro Jahr 519 Mrd. kWh leisten. Quelle: IEA, IAEA Nach Angaben des Branchenverband World Nuclear Association waren 2011 weltweit 432 Reaktoren in Betrieb, 63 in Bau, 152 in Planung. Anfang 2011 waren weltweit 170 Atomkraftwerke in Planung bzw. in Bau: Asien - 71 (326 Reaktoren) / Amerika - 35 (54 Reaktoren) / Afrika + Mittlerer Osten - 10 (36 Reaktoren) / Europa - 54 (144 Reaktoren) Quelle Arthur D. Little
In den USA gibt
es 104 (die Hälfte davon ist mehr als
dreißig Jahre alt. Die Anlagen erhielten 2007 eine Betriebsgenehmigung für
weitere 30 Jahre), sie liefern 20 % des benötigten Stroms.
30
Reaktoren sind geplant und bei der Atomaufsicht beantragt. Senator
Lamar Alexander (Tennessee) forderte den Bau von 100
Reaktoren (Gesamtkosten 600 Mrd. bis 1 Billion $). Die
Schweiz erzeugt ihren Strom zu .. %
aus
Japan
deckt mit
53
Reaktorblöcken
(an 17 Standorten) 25
% seines Energiebedarfs. 8
sind in Bau, 14 in Planung. Als Folge des Bebens im März 2011 wurden am
Standort Fukushima Daiichi 3
Reaktoren (die gemeinsam ~2.000 MW leisteten) zerstört, in einem bereits
stillgelegten vierten brach ein Brand aus. In Russland sorgen 31 Reaktoren für die Deckung von 16 % des Stromverbrauchs. Russland will bis 2030 26 Reaktoren bauen und damit den Anteil an der Stromproduktion auf 35 % verdoppeln. Ab 2020 sollen Schnelle Brüter zum Einsatz kommen. Dieser Reaktor-Typ nutzt statt leicht angereichertem Uran Plutonium und Thorium, die einen höheren Wirkungsgrad haben und weniger radioaktiven Abfall produzieren. In Schweden wo 3 AKW (Forsmark, Oskarshamn, Ringhals) mit insgesamt 10 Meilern 50 % des Stromaufkommens abdecken, war 1980 der Atomausstieg per Gesetz für 2010 festgelegt worden. Am 17. Juni 2010 hob das Parlament das Gesetz auf und erlaubte den Betreibern an den drei Standorten die alten Meiler durch 10 moderne zu ersetzen.
Finnland verfügt über 4
Reaktoren
und baut an einem fünften
- Olkiluoto 3, dessen
Indienstnahme 2009 vorgesehen, mittlerweile aber auf 2013 verschoben werden musste.
Immer strengere Sicherheitsvorschriften haben die Baukosten von 3 Mrd. €
auf 5,2 Mrd. € steigen lassen.
Die Tschechische Republik errichtet auf dem
Gelände des Kernkraftwerks TEMELIN,
das derzeit über 2 Reaktoren verfügt,
2 weitere
Reaktoren (Block
3 + 4). In der
Slowakei stehen 2
AKW ( Bohunice + Mochovce) mit
je 2 Reaktoren. 2
sind im Bau.
Russland
plant
bis 2020 seinen momentanen
Bestand (31)
zu
verdoppeln und dann 25 % seines Strombedarfs damit decken.
7 AKW sind derzeit im Bau.
Italien
hat 1987 die Abschaltung aller Atomkraftwerke beschlossen (Ergebnis einer
Volksabstimmung). Die amtierende Regierung Berlusconi hat 2008 den Beschluss
aufgehoben und plante den Bau von
13 Reaktoren. 2013 sollte mit dem Bau der
ersten AKW begonnen werden, 2020 die ersten Inbetriebnahmen erfolgen.
China hat 13
Reaktoren
in Betrieb
(Gesamtleistung 10 Gigawatt Stand 12/2010),
26 werden
derzeit errichtet bzw. sind projektiert (gesamt 25,4 Gigawatt) und sollen bis 2020 max. 4 % des Strombedarfs erzeugen.
Weitere Kapazitäten mit gesamt 60 GW sind in Planung.
Indien betreibt 6
AKW (Standorte:
Narora, Rajasthan, Kakrapar, Tarapur, Kaiga, Madras) mit gesamt 19
Reaktorblöcken, 3 AKW
(Standorte: Kaiga, PFBR, Kudankulam)
mit gesamt 6 Reaktorblöcken sind im Bau. Quelle: IAEA 2010 Pakistan verfügt über 3 AKW (Das bisher letzte, Cashma-2, wurde im Mai 2011in Betrieb genommen)
Die Türkei, bisher AKW-frei,
möchte bis 2015 über drei AKW verfügen. Ebenfalls eine "weiße AKW-Weste" haben Indonesien und Malaysia. Spätestens 2022 werden ihre heute bekannten Erdgas- und Erdölquellen erschöpft sein. Dann sollen in Indonesien vier AKW zur Energieversorgung beitragen, in Malaysia eines.
Thailand will 2020 sein erstes AKW
bauen und hat dafür 6 Milliarden $ budgetiert. Pläne für weiter 4
existieren. Thailands Energiehaushalt
lt. IAEA 1. 1. 2011 In
Südkorea
werden
20
Reaktoren betrieben,
6
sind im Bau.
Brasilien errichtet einen dritten
Reaktor. Er wird neben den bereits aktiven Angra I und Angra II,
die 2 % des gesamten Stromaufkommens liefern, gebaut. Angra III leistet
1.400 Megawatt und geht 2015 in Betrieb. In Argentinien arbeiten zwei Reaktoren, ein dritter - Atucha II - lief am 28. Sep. 2011 an, den Vollbetrieb nimmt er Mitte 2012 auf. Dann wird sich der Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung von 7 % auf 10 % erhöhen.
Der erste Reaktor im Iran (Bushehr), gebaut von
Russland, wurde im August 2010 in Betrieb genommen (die geplante
Eröffnung 2007 scheiterte wegen schleppender Zahlungen an die mit dem Bau
befassten Unternehmen, später wegen technischer Problem). Anfang 2011
sollte er ans Netz gehen, doch mussten wegen technischer Probleme die
Brennelemente wieder ausgebaut werden, um Tests und Messungen vorzunehmen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) investieren 20 Mrd. $ in ihr erstes AKW. Es besteht aus vier Reaktoren, die jeweils 1.400 Megawatt leisten. Der erste Reaktor soll 2017 in Betrieb gehen. Der
Einsatz von Erdöl und Erdgas als politisches Druckmittel, besonders
seitens Russlands, und die EU-Richtlinien zur Reduzierung der CO2-Werte
lassen AKW wieder als wirtschaftlich und politisch opportun erscheinen.
URAN (U3O8
- im Handel als Uranoxid-Konzentrat bzw. Yellow Cake nach der Farbe, die
das pulverförmige Gemisch der Uranverbindungen hat) Auf den ersten Blick scheint Österreich fein raus. Ein
AKW wurde zwar
gebaut, seine Inbetriebnahme aber per Volksabstimmung verhindert.
Atomstrom „konsumieren“ wir trotzdem: ein Fünftel
unseres Stromverbrauchs wird aus
Kernkraftwerken gedeckt. Drei Anbietergemeinschaften dominieren den AKW-Markt: Westinghouse + GE-Hitachi (USA, Japan), Areva (F), Siemens + Rosatom (D + Ru)
*Seit
7. Mai 2007 wird Uran an der New Yorker Warenterminbörse (NYMEX)
gehandelt. Statt der bis dahin von Marktforschungsinstituten ermittelten
wöchentlichen Preise ist es nun möglich, den aktuellen Tagespreis auf der
Website
www.nymex.com abzufragen.
Teure Träume: |
|
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Atomkraftwerke in Europa - decken ..% des nationalen Strombedarfs |
||||||
| BELGIEN | 7 | 51 % | RUSSLAND | 31 | 16 % | |
| BULGARIEN | 4 | 42 % | SCHWEDEN | 10 | 38 % | |
| DEUTSCHLAND | 17 | 28 % | SCHWEIZ | 5 | 39 % | |
| FINNLAND | 4 | 30 % | SLOWAKEI | 6 | 55 % | |
| FRANKREICH | 59 | 76 % | SLOWENIEN | 1 | 39 % | |
| GROSSBRITANNIEN | 23 | 18 % | SPANIEN | 9 | 18 % | |
| LITAUEN | 1 | 72 % | TSCHECHIEN | 6 | 32 % | |
| NIEDERLANDE | 1 | 4 % | UKRAINE | 15 | 51 % | |
| RUMÄNIEN | 1 | *18 % | UNGARN | 4 | 34 % | |
|
*seit Okt. 2007 lt. Regierungsangaben |
Quelle: IAEA 2009 / 10 weitere Daten zum Thema: www.kernenergie.de |
|||||
|
Minenproduktion URAN in t |
||||||
| 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | |||
| KASACHSTAN | 14.020 | 17.803 | MALAWI | 104 | 670 | |
| KANADA | 10.173 | 9.783 | SÜDAFRIKA | 563 | 583 | |
| AUSTRALIEN | 7.982 | 5.900 | INDIEN* | 290 | 400 | |
| NAMIBIA | 4.626 | 4.496 | TSCHECHIEN | 258 | 254 | |
| NIGER | 3.243 | 4.198 | BRASILIEN | 345 | 148 | |
| RUSSLAND | 3.564 | 3.562 | RUMÄNIEN* | 75 | 77 | |
| USBEKISTAN | 2.429 | 2.400 | PAKISTAN* | 50 | 45 | |
| USA | 1.453 | 1.660 | FRANKREICH | 8 | 7 | |
| UKRAINE* | 840 | 850 | WELT gesamt | 50.772 | 53.663 | |
| CHINA* | 750 | 827 | ||||
|
*Schätzungen |
Quelle: World Nuclear Association |
|||||
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Strom aus Wasserkraft Diese Art der
Energiegewinnung gehört zu den umweltschonendsten. Neben üppigen Reserven an Erdöl und Erdgas verfügt Russland auch noch über ein riesiges, erst zu 20 % genutztes Wasserkraftpotential. |
|
Energie aus Erdwärme
In Ö. plant die OMV die geothermische Energie still gelegter Erdöl- und Erdgassonden mit einem Bohrlochwärme-austauscher-System für die Erzeugung von Wärme und Warmwasser zu nutzen. |
| Wenn dereinst wegen Nichtverfügbarkeit oder nicht mehr leistbarer Preise gar nix mehr geht, dann bleiben uns noch Holz und Wind als letzte Energielieferanten. |
|
| 2006 erzeugten in Deutschland Windkraftanlagen 30,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit ist die Windener-gie unter den erneuerbaren Energiequellen führend (die Wasserkraft lieferte 21,6 Milliarden Kilowattstunden, Biomasse 18,5 Milliarden Kilowattstunden). Quelle Dt. Umweltministerium Feb. 2007 | |
|
Bioethanol
(Äthylalkohol): hauptsächlich aus Mais, Getreide,
Zuckerrohr Die EU hat sich bis 2010 eine 10%ige Beimischung zum Ziel
gesetzt. In Brasilien wurde bereits 2006 der Treibstoffbedarfs zu mehr als
40 % mit Ethanol gedeckt.
In den USA werden zwischen
1. 9. 2010 und 31. 8. 2011 128 Mio. t Mais zu Bioethanol verarbeitet (+ 40
% gegenüber 2009/10) Quelle: Spiegel,
US-Landwirtschaftsministerium "Die Energiebilanz, um Mais in Sprit zu verwandeln, sieht alles andere als überzeugend aus. Mit jeder Einheit Energie, die nötig ist, um Mais zu Ethanol zu raffinieren, werden gerade mal 1,3 Energieeinheiten erzeugt. Bei Zuckerrohr liegt dieses Verhältnis hingegen bei eins zu sieben. Davon, dass die Ethanolerzeugung umweltfreundlicher sei als herkömmliche Methoden, spricht zudem kaum noch jemand: Angesichts des notwendigen Energieeinsatzes ist der Vorteil in der CO2-Rechnung marginal, zudem steigt bei der Verwendung von Ethanol der Verbrauch auf 100 km." Zitat Handelsblatt 20. Juli 2007
|
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![]() |
Biodiesel:
hauptsächlich aus Ölsamen (Rapsfeld - Bild links) In Österreich wird fast die gesamte Rapsernte für die Erzeugung von Biotreibstoff verwendet. Das freut die Bauern. Ein Hektar Raps liefert 1.000 bis 1.500 Liter Biodiesel (Mengenangaben möglicherwei- |
|
se abhängig von der Interessenslage der Auskunftsgeber?).
Die Subventionen fließen üppig. 2006 betrug der Treibstoffbedarf in Ö gut 10 Milliarden Liter (7,5 Mrd. Liter Diesel, 2,6 Mrd. Liter Benzin). Die Produktion von Biosprit in Österreich hat dazu geführt, dass 2010/11 die Selbstversorgung mit Getreide (Ernte 2010: 4,6 Mio. t) nicht mehr gegeben war. 2011/12 werden in Ö. 25 % der Weizen- und 5 % der Maisernte zu Biosprit verarbeitet. (Getreideernte 2011: 5,3 Mio. t) Quelle: AMA (Agrarmarkt Austria) Die Produktionskapazitäten in Deutschland werden 2008 5,4 Mio. t betragen
Quelle: Internat. Forum f.
Regenerative Energien IWR
Biogas: Nach einer von der OECD in Auftrag gegebenen
Studie führt der Ersatz von fossilen durch agrarische Treibstoffe zu einer
weltweiten Verknappung von Nahrungs- und Futtermitteln. Zudem schädigt er die
Umwelt (beschleunigt die Abholzung der Wälder) und ist unwirtschaftlich (weil
viel zu hoch subventioniert). Für ein fünfjähriges Aussetzen der Produktion von Biotreibstoffen tritt Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, ein. 200 Kilogramm Mais - eine Menge, von der eine Person sich ein Jahr ernähren kann - sind erforderlich, um 50 Liter Biotreibstoff zu erzeugen. Zudem tragen Biotreibstoffe kaum etwas zur Bekämpfung des Klimawandels bei, ist ihre Herstellung doch sehr energieintensiv. Ziegler prophezeit einen massiven Preisanstieg der Grundnahrungsmittel. |
|

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Biotreibstoffe -
Vergleich |
|||
| erzeugt aus |
Hektarertag |
1 l/kg entspricht | |
| Biodiesel | Rapsöl | 1.550 l | 0,91 l Diesel |
| Ethanol | Getreide, Zucker, Holz | 2.560 l | 0,66 l Benzin |
| Biogas | Mais, Gülle, ... | 4.950 m3 | 1,40 l Benzin |
|
|
|||
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Sonnenenergie Solarzellen: wandeln Sonnenenergie direkt in elektrischen Strom um. Ihr Wirkungsgrad liegt zwischen 5 und 17 %. Damit brauchen sie in unseren Breiten drei bis fünf Jahre um die für ihre Herstellung aufgewendete Energie wieder einzuspielen. Ihre voluminösen Brüder sind die thermischen Solaranlagen:
sie enthalten eine Substanz (Öl, Salz) die stark erhitzt wird und die
aufgenommene Wärme an Wasser abgibt. Der dabei entstehende Wasserdampf
bewegt eine Turbine, die wiederum einen Generator antreibt, der
elektrischen Strom erzeugt. |
|
Windkraftwerke Ihre Standorte können an Land (preisgünstiger, hohes
Aufregungspotential bei der örtlichen Bevölkerung) oder vor Meeresküsten
(Offshore; zwei- bis dreimal teurer als an Land) liegen. Windparks auf dem Meer zu bauen bedarf spezieller
Schiffe. Da es derzeit nicht genug davon gibt, werden happige Mieten
verlangt. Das Chartern eines Spezialschiffes kostet rund 150.000 Euro pro
Tag. |
Energieopfer- und Schadenbilanz
| Am Paul Scherrer Institut
PSI,
http://www.psi.ch, dem größten Forschungszentrum
für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz, wird eine Datenbank
(ENSAD) geführt, welche die zwischen 1970 und 2005
bei der Erzeugung von Energie Geschädigten erfasst. ENSAD (Energyrelated Severe Accident Database) ist die weltweit größte Datenbank zu schweren Unfällen im Energiebereich. Als schwer gilt ein Unfall, wenn er eines der folgenden Kriterien erfüllt:
Während des erfassten Zeitraumes erwies
sich kein Energieträger auch nur annähernd als so ungefährlich wie die
Atomenergie, auch bei den Langzeitfolgen (Krebserkrankungen bzw. Tod durch
Krebs). Kernenergie: 32 Tote / Wasserkraft: 30.021 Tote
/ Kohle: 31.939 |
|
Im Kyoto-Protokoll
haben sich die Staaten zur Einhaltung bestimmter Emissionsgrenzen
angeblich Klima schädigender Gase (besonders CO2)
freiwillig verpflichtet.
Wer in Europa zu viel emittiert - z.B. Österreich -
kauft EU Allowances (EUA),
wer in Maßnahmen zur Verminderung von CO2-emissionen
investiert, erhält Emissionsgutschriften
(CER), die er verkaufen. |