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Es gibt fünf gefährliche Fehler, die jeder General begehen kann: Unbekümmertheit, Feigheit, empfindliches Ehrgefühl, ungezügeltes Temperament, übergroße Sorge um das Wohl der Männer.    SUNZI

ARMEEN

 

Kompetente militärische Befunde liefern zwei konkurrenzierenden Institute in ihren Jahrbüchern:
 

 

Das vom Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) jährlich herausgegebene Buch The Military Balance liefert Informationen über die weltweiten Konflikte und zu den nationalen Rüstungsausgaben, Truppenstärken, Ausrüstung, Forschungsvorhaben, Rüstungshandel. Das 496 Seiten umfassende Buch ist um 110 £ (187 $, 125,- Euro) erhältlich.
Die militärischen Kapazitäten und die Verteidigungsbudgets von 170 Staaten sind von der Studie erfasst.
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) verkauft sein 608 Seiten starkes Jahrbuch  (ISBN 978-0-19-958112-2) für 100 £(185 $). Erscheinungsdatum: Juni 2011 (http://www.sipri.org)
Das Buch enthält Angaben und Berichte zu Themen wie: Militärische Konflikte, Bündnispolitik,  Rüstungsausgaben der Staaten,  Entwicklungen in Krisenregionen, Friedensmissionen, Waffenhandel, atomare und biologische Waffen, neue Waffensysteme, ...
Laut Yearbook 2011 erreichten 2010 die weltweiten Rüstungsausgaben mit 1,63 Billionen $ (2009: 1,5 Billion $)
einen Rekordwert. Davon entfallen 43 % auf die USA: 698 Mrd. $ (entspricht 4,8 % des BIP). 2009: 678 Mrd. $
Chinas Rüstungsausgaben werden von SIPRI mit 2,1 % des BIP angenommen.
Wichtigste Rüstungsexporteure (%-Anteil am Weltmarkt Zeitraum 2005 - 2009): SIPRI 3/2010
USA 30 %; Russland 23 %; Deutschland 11 %; Frankreich 8 % (2009 8,2 Mrd. €); GB 4 %, Sonstige 24 %.
Größte Importeure 2009: Indien, Singapur, Malaysia, Griechenland, Südkorea, Pakistan, Algerien, USA, Australien, Türkei.
Die USA sind Hauptlieferant für Südkorea (2/3 d. Kriegsmaterialimporte) und die VAE (60 %). China bevorzugt russische Waffen (90 % !), desgleichen Indien (3/4 aller Waffen werden in Russland gekauft).
Die US-Waffenproduzenten verkauften 2009 Waffen im Wert von 38,1 Mrd. $, 2010* leichter Rückgang auf 37,8 Mrd. $, erhoffter Umsatz 2011: 50 Mrd. $.  Quelle: Pentagon, Vize-Admiral Wieringa 7/2010
Weltweit wurden 2009 Waffen im Wert von 401 Mrd. $ verkauft. 61,5 % davon setzten die 10 größten Waffenproduzenten um. Sieben dieser zehn sind US-Firmen. Quelle: SIPRI

Wichtigste Rüstungsexporteure (%-Anteil am Weltmarkt Zeitraum 2006 - 2010): SIPRI 3/2011
Auf die USA (30 %) und Russland (23 %) entfallen gemeinsam mit D, F und GB 3/4 aller Waffenexporte.

Wichtigste Kunden deutscher Waffenproduzenten waren die Türkei (bezog 14 % der deutschen Exporte) und Griechenland (13 %).

Schweizer Rüstungsexporte 2010: 640,5 Mio. Franken (2009: 727,7 Mio. Franken) Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) entsprechen 1,2 % des weltweiten Waffenhandels bzw. Platz 13 in der Weltrangliste. 
Österreichs Rüstungsexporte 2009: 350 Mio. €  Quelle:
EU-Jahresbericht
GB Rüstungsexporte 2010: 8,4 Mrd. € Quelle: Daily Mail, Feb. 11

Saudi Arabien plant den Kauf von US-Rüstungsmaterial im Wert von 60 Mrd. $. Im September 2010 bestellten sie 84 neue F-15-Kampfjets, 178 Helikopter (70 Apache, 72 Black Hawks, 36 Little Birds). 70 ältere F-15 werden nachgerüstet. NZZ 16. 9.

 

Daten und Informationen zu den Armeen von mehr als 180 Staaten, Artikel über Waffen- systeme, Terrororganisationen, Sondereinheiten, globale Brennpunkte, ... gibt es auf der deutschsprachigen Website www.globaldefence.net
 
   
Informationen zur Verteidigungspolitik der EU auf http://www.eda.europa.eu/ und
http://www.ecfr.eu/content/entry/commentary_witney_european_defence_cooperation/

 

Artikel 9a der Bundesverfassung regelt die Landesverteidigung: 

Art. 9a (1) Österreich bekennt sich zur umfassenden Landesverteidigung. Ihre Aufgabe ist es, die Unabhängigkeit nach außen sowie die Unverletzlichkeit und Einheit des Bundesgebietes zu bewahren, insbesondere zur Aufrechterhaltung und Verteidigung der immerwährenden Neutralität. ....
(2) Zur umfassenden Landesverteidigung gehören die militärische, die geistige, die zivile und die wirtschaftliche Landesverteidigung.
(3) Jeder männliche österreichische Staatsbürger ist wehrpflichtig. Wer aus Gewissensgründen die Wehrpflicht verweigert, hat einen Ersatzdienst zu leisten.

 

Es gibt österreichische, männliche Staatsbürger, die aus "militärischen Rücksichten, gesamtwirtschaftlichen, öffentlichen oder familienpolitischen Interessen" von der Wehrpflicht befreit sind. Burgtheaterschauspieler zum Beispiel (Franz Morak) oder parlamentarische Mitarbeiter (Wolfgang Schüssel). Der spätere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer musste leider wegen Kurzsichtigkeit passen.
Untauglich waren die Minister Bartenstein (Bluthochdruck; regelmäßiger Teilnehmer am Wien-Marathon), Karl-Heinz Grasser (Gastritis), Wilhelm Molterer, Johannes Hahn, Erwin Buchinger und Michael Schmid.
 

Von schlechter Gesundheit und deshalb untauglich waren auch der SP-Politiker Peter Schieder (die Beine), der  Torschützenkönig und spätere Teamchef Alfred Riedl (schlechter Lungenbefund), Markus Rogan (schlechter Lungenbefund) und der dreifache Formel1-Weltmeister Niki Lauda. Der VP-Politiker Erhard Busek sah zu schlecht. Der Sänger Ludwig Hirsch wurde nach einer Woche als  "untauglich" entlassen (Schmerzen in der Ferse), sein Kollege, Song-Contest-Teilnehmer Thomas Forstner, hielt sechs  Tage durch, dann musste er wegen "schwerer Angstzustände und Panikreaktionen" die Uniform ausziehen. Johannes Kunz  (Ex-Bundeskanzler-Sekretär) schaffte 17 Tage (Krümmung der Wirbelsäule), Christian Jungbluth, Sohn eines einflussreichen Vaters, musste wegen des gleichen Leidens gar nicht erst einrücken, Hans Mahr ("Medienmacher") gab auch nur ein  Kurzgastspiel in Uniform. Den Ministersöhnen Andreas und Wolfgang Staribacher (später selbst Minister) blieb genauso  eine militärische Karriere verwehrt wie dem weniger bekannten Herrn Udo Schreiber. Herrn Schreiber wurde bei der  Musterung "Blindheit auf beiden Augen" diagnostiziert. Sein späterer Beruf: Pressefotograf.
Auch Herr Friedrich Stickler - ÖFB-Präsident bis Ende 2008 - wurde nicht belästigt:
"Ich war nicht beim Bundesheer. Ich würde das nicht "erfolgreich gedrückt" nennen, aber es hat sich damals wirklich so ergeben"
. ORF 2, 7. 6. 2008

 

Seit 1868 gab es in Österreich-Ungarn die "allgemeine Wehrpflicht". Bis 1912 hatten die jährlich 126.000 "einrückend Gemachten" eine dreijährige Dienstzeit beim Herr abzuleisten. Dazu kamen noch neun Jahre in der Reserve. Weitere 80.000 wurden als Ersatzreservisten eingezogen. Sie mussten nur acht Wochen Grundausbildung absolvieren. 1912 kam es zu einer Reduzierung der Dienstzeit auf zwei Jahre, die Jahre als "Reservist" wurden auf zehn erhöht.
Mit dem Wehrgesetz vom 7. 9. 1955  wurde die allgemeine Wehrpflicht erneut eingeführt. Die ersten Einberufungen erfolgten mit 15. 10. 1956. Wehrpflichtig sind alle männlichen Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet und das 51. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Stellungskommissionen prüfen die Wehrpflichtigen auf körperliche und geistige Eignung. Seit 1975 kann alternativ ein Zivildienst abgeleistet werden.
Alle Organisationen, in denen Zivildiener tätig sind, haben großes Interesse am Fortbestand der Wehrpflicht. Denn: mit dem Ende der Wehrpflicht kommt auch das Ende des Zivildienstes!

In Europa gibt es allgemeine Wehrpflicht noch in: D, Ö, CH, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Litauen und  Griechenland. In Dänemark gibt es Wehrpflicht "nach Bedarf", d. h. sobald sich zu wenige Freiwillige melden. Island hat keine Armee. Bulgarien wird ab 2010 ein Berufsheer aufstellen.

 

Das Bundesheer leistet in Österreich Sicherungs- und Assistenzeinsätze und Hilfeleistungen bei Unglücksfällen von besonderem Ausmaß (Katastropheneinsatz). "Tagesgeschäft" im Rahmen der Ausbildung ist die Suche nach Vermissten, Schneeräumung, Brückenbau, Pistenpräparierung, ...

Dazu kommen Hilfseinsätze im Ausland und Aufgaben in Erfüllung eines UN-Mandats.
Die Dauer der
Wehrpflicht beträgt seit Jänner 2006 sechs Monate. Jährlich gibt es ca. 31.000 Präsenzdiener. Das Verteidigungsbudget (inkl. Sport) 2010 ist mit 2,2 Mrd. € (0,77 % des BIP) dotiert. Die Friedensstärke ist mit 35.000 Soldaten und Soldatinnen erreicht. Geplante Änderungen bei Mannschaftsstärke und Organisation ab 2006: 10.000 Mann für Aufgaben im Inland; 1.500 Soldaten für ständige Auslandseinsätze, Mobilmachungsstärke 55.000.
Mannschaftsstand 2010: 9.655 Berufssoldaten, 7.759 Grundwehrdiener
Quelle: BMLV
Kampfflugzeuge: 15 Eurofighter (vgl.: Schweiz 33 F/A 18; geplant 66 / Schweden 137 JAS-39 Grippen / Finnland 63 F/A 18 / Norwegen 57 F-16 A/B / Dänemark 48 F-16 A/B / Belgien 71 F-16 A/B / Niederlande 108 F-16 A/B ) Stand 2007

 

Die Bundeswehr wird nach erfolgter Umstrukturierung in drei Kategorien unterteilt. An der Spitze stehen die Eingreifkräfte (35.000) Mann, die für komplexe Kampfeinsätze ausgerüstet sind. Sie stellen die deutschen NATO-Kontingente und die EU-Verbände.
Die zweite Kategorie bilden die Stabilisierungskräfte mit 70.000 Mann. Sie sind für internationale Missionen ohne Kampfeinsatz vorgesehen.
Den Alltagsbetrieb (inkl. Rekrutenausbildung) im Inland übernehmen die
Unterstützungskräfte (137.000 Mann).
Gesamtstärke der Streitkräfte (Aug. 2010): 188.700 Berufs- und Zeitsoldaten, 31.200 Wehrdienstleistende, 25.100 freiwillig Längerdienende
Mannschaftsstärke des Heeres: 94.200  - der Luftwaffe: 42.200  - der Marine: 14.500

Die Dauer der
Wehrpflicht beträgt seit 1. 10. 2010 sechs Monate, davon sind zwei Monate der Grundausbildung gewidmet.
Wehrpflichtig sind alle Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 18 und 45 Jahren.
Ab 1. 7. 2011 wird die Wehrpflicht und der Zivildienst ausgesetzt. Die Truppenstärke wird auf 185.000 reduziert.
Wehrbudget 2009:  27 Mrd.(40 Mrd. $ Kurs 1,45 Aug. 09) = 8,8 % des Bundesbudgets bzw. 1,36 % des BIP
Wehrbudget 2010:  31 Mrd.(45 Mrd. $ Kurs 1,45 Okt. 09)  = 9,5 % des Bundesbudgets. Personal 15,9 Mrd., Beschaffung 10,5 Mrd., Sonstiges 4,8
Wehrbudget 2012:  32 Mrd.(43 Mrd. $ Kurs 1,35 Nov. 11) 
Wehrbudget 2014:  27,6 Mrd. lt. Finanzplanung 2010
Laufende Beschaffungsorder: 180 Eurofighter "Typhoon", 60 Transportflugzeuge A400M, 80 Transporthubschrauber NH90, 80 Kampfhubschrauber "Tiger", 4 Fregatten "125", 410 Schützenpanzer Puma", ...
Zahl der U-Boote: Vier (Klasse 212 A) Anschaffung von zwei weiteren geplant
Sep. 2010

 

Auch in der Schweiz wird umstrukturiert. Der Umfang der „Armee XXI“ soll 220.000 Personen umfassen, von denen 140. 000 Aktive und etwa 80.000 Reserveangehörige sind. Frauen zwischen 18 und 28 können sich freiwillig zum Militärdienst melden. Ihnen stehen alle Funktionen offen, die keinen Kampfauftrag beinhalten.
 
Die Dauer der Wehrpflicht beträgt 280 Tage (je nach Truppengattung 18 oder 21 Wochen Rekrutenschule. Danach 7 oder 6  Wiederholungskurse à 3 Wochen im Jahresabstand. 7 Kurse für jene, deren Rekrutenschule 18 Wochen dauerte, 6 Kurse für jene, die schon 21 Wochen RS absolviert haben). Maximal 15% eines Rekrutenjahrganges können die gesamte Ausbildungszeit (300 Tage) durchgehend leisten. Wiederholungskurse gibt es für sie nicht mehr, allerdings bleiben sie zehn Jahre in der Reserve. Das Heeresbudget ist mit 2,7 Mrd. $ dotiert. Die Friedensstärke ist mit 3.500 Offizieren + Unteroffizieren und der aktuellen Zahl an Wehrpflichtigen erreicht.
Die 54 Kampfjets F5 "Tiger" werden bis 2015 außer Dienst gestellt. Für einen Teilersatz sind 2,2 Mrd. Franken budgetiert.
Das Rüstungsprogramm 2008 wurde vom Bundesrat mit 917 Mio. Franken ausgestattet. 404 Mio. flossen in die Kampfwerterhaltung der F/A-18-Flotte, für 396 Mio. wurden 220 geschützte Mannschaftstransportfahrzeuge angeschafft, 117 Mio. waren für den Kauf von ABC-Fahrzeugen vorgesehen.
2009 war das Materialbeschaffungsvolumen mit 496 Mio. Franken
dotiert.
2009 exportierte die Schweiz Kriegsmaterial im Wert von 727,7 Mio. Franken (2008: 722 Mio. Franken). Quelle: SECO
2010 wurde ein Teilersatz der
F5 "Tiger" verschoben. Spätestens 2015 soll ein neues Beschaffungsverfahren starten.
Die künftige Armee soll einen Personalstand von 80.000 aufweisen und jährlich mit 4,4 Mrd. Franken budgetiert werden. Anderer Meinung ist die Sicherheitskommission des Ständerats (SiK), sie verlangt eine Armee mit 100.000 Soldaten (Kosten: 5,1 Mrd. Franken) und die zügige Anschaffung von 22 neuen Kampfflugzeugen. 20. 5. 11
Am  14. 9. 11  sprach sich der Nationalrat für eine Aufstockung des Armeebudgets auf 5 Mrd. Franken, einen Sollbestand von 100.000 Soldaten und den Ersatz der Tiger F-5E durch 22 neue Kampfjets bereits in der nächsten Legislaturperiode.
Die Wahl des Bundesrats fiel auf den Saab Gripen. 22 Stück sollen rund 3 Mrd. Franken kosten. 30. 11. 11

 

ATOMMACHT; 5.113 Atomsprengköpfe waren am 4. Mai 2010 einsatzbereit.
In den USA, der stärksten Militärmacht der Welt, gibt es keine
Wehrpflicht. Das Verteidigungs-Budget betrug 2009/10 636 Mrd. $ (4,7 % des BIP), davon entfallen 128,3 Mrd. $ auf die Kriege in Afghanistan und im
 Irak. Eine Solderhöhung um 3,4 % ging sich noch aus. Budgetperiode 1. 10. 09 - 30. 9. 10
Das Verteidigungs-Budget 2010/11 stieg auf 549 Mrd. $ + 159 Mrd. $ für die Kriege in Afghanistan und im Irak macht gesamt 708 Mrd. $. Budgetperiode 1. 10. 10 - 30. 9. 11
Im Verteidigungs-Budget 2011/12 (Voranschlag) sind 553 Mrd. $ + Kriegskosten geplant. Quelle Pentagon
Die Kosten für die Kriegsveteranen trägt das Department of Veteran Affairs. Es musste 2008 84,8 Mrd. $ dafür einsetzen.

Die Friedensstärke ist mit 1.452.000 Soldaten erreicht. Nach Waffengattungen gegliedert verfügt die Army mit 547.000 (nach Neurekrutierungen von 22.000 Soldaten im Juli 09) über die meisten Soldaten, es folgen die Navy mit 380.000, die Airforce mit 375.000 und das Marine Corps mit 175.000.
Problemen bei der Rekrutierung neuer Soldaten tritt die
Army seit Juli 2007 mit einer "Eintrittsbonuszahlung" entgegen. Bereits im ersten Monat verpflichteten sich 9.972 Männer und Frauen und kassierten 20.000 Dollar für ihre Unterschrift.
2006 begingen 102 Soldaten Selbstmord, 2007 115, 2008 143.
Die USA besitzen
11 Flugzeugträger. Der im März 2009 in Dienst gestellte Träger "George H. W. Bush" kostete 6,3 Mrd. $. Er misst in der Länge 330 Meter, ist 70 Meter breit, verdrängt 102.000 Tonnen. Angetrieben von zwei Atomreaktoren erreicht er eine maximale Geschwindigkeit von 60 km/h. 5.500 Besatzungsmitglieder und 70 Flugzeuge sind auf dem Schiff stationiert. "George H. W. Bush" löst den letzten konventionell angetrieben Träger "Kitty Hawk" ab.
Das Landungsschiff "New York", Kosten 1 Mrd. $, in Dienst gestellt am 7. 11. 09, hat in seinem Bug 7,5 Tonnen Stahl eingeschmolzen aus den Trümmern der zerstörten Twin Towers.

Im März 2010 vereinbarten die USA und Russland einen weiteren Abbau ihrer Atomarsenale bis 2017.
Dann soll jede Nation noch über 1.550 Sprengköpfe und 800 Trägersysteme verfügen. Die Zahl der bereits mit Atomsprengköpfen bestückten Raketen und schweren Atombombern wird auf 700 begrenzt.

 

ATOMMACHT; 13.000 Atombomben. In Russland betrug die Wehrpflicht bis Ende 2006 24 Monate. 2007 waren es 18 Monate, 2008 12 Monate. Das Verteidigungsbudget 2007 betrug 31 Mrd. US-$ (Kurs 1$ = 30 Rubel) - es war der größte Posten des gesamtstaatlichen Budgets, beachtlich auch jenes für "Sicherheit, Recht und
Ordnung" 25 Mrd. US-$
Das Budget 2009 brachte eine Erhöhung der Mittelzuteilung für die Verteidigung um 27 % auf 2,4 Billionen Rubel (95 Mrd. $ Kurs 1$ = 25 Rubel). Interfax 16. 9. 2008 . Andere Quellen nennen für 2009 35 Mrd. US-$ Verteidigungsausgaben. SIPRI 2009 beziffert die Ausgaben für 2008 mit 58,6 Mrd. $.
Eine Zunahme der Militärausgaben 2010 um 8 % gegenüber 2009 kündigte der stv. MinPräs. Sergej Iwanow an.
Für 2011
ist eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets um 13 % vorgesehen. Haushaltsbeschluss vom 29. 7. 10
Friedensstärke 970.000 Soldaten - soll 2012 erreicht sein.
2010 führte Russland mit Frankreich Gespräche über den Ankauf von bis zu vier Hubschrauber-Trägern "Mistral", Stückpreis 500 bis 600 Mio. €. Ein Schiff der "Mistral-Klasse" kann neben Helikoptern und Kampfpanzern bis zu 900 Soldaten und ein Krankenhaus aufnehmen. Frankreichs Nato-Partner waren wenig begeistert. Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten. Die staatliche "Vereinigte Schiffsbau-Korporation" (OSK) will in Kooperation mit ausländischen Unternehmen die Schiffe in Russland bauen. Gegen Ende des Jahres wurden zwei Schiffe bestellt.

Bis 2020 soll die Armee mit mehr als 600 Kampfjets, 100 Schiffen und 1.000 Hubschraubern aufgerüstet werden. Gesamtwert der Anschaffungen 476 Mrd. € (19 Billionen Rubel)  Vize-Verteidigungsminister Wladimir Popowkin zu Agentur Interfax am 24. 2. 2011

Bei den Kampfhandlungen in Tschetschenien sollten seit 2003 nur noch Freiwillige bzw. Berufssoldaten ("Kontraktniki") im Einsatz sein. Die Vertragsbedingungen (42 Monate, schlechte Bezahlung) sind jedoch zu wenig Anreiz für Interessenten. Daher werden viele Rekruten nach sechs Monaten "überredet" eine Verpflichtung als "Kontraktnik" zu unterschreiben. Trotzdem kann der Bedarf an Zeitsoldaten nicht einmal zu 20 % gedeckt werden.
In den Großstädten Moskau und St. Petersburg  entziehen sich 96 %! der Wehrpflichtigen ihrer Rekrutierung.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums

  • gab es in der Armee zw. 1.1.06 und 30.11. 2006 514 Todesfälle. Davon fielen 55 Soldaten in Tschetschenien, 193 begingen Selbstmord, 22 überlebten eine "Mutprobe" nicht.
  • starben 2007 450 Soldaten (224 entzogen sich durch Selbstmord den Schikanen durch Dienstältere oder kamen durch diese um, 126 starben bei  Unfälle, 41 Verkehrsopfer, 23 wurden ermordet, 15 Opfer von Schikanen und 13 starben durch falsches Hantieren mit Waffen). [Der Oberste Militärstaatsanwalt bezifferte für 2007 die Selbstmorde mit "mehr als 340"]

Russland exportierte 2009 Rüstungsgüter im Wert von 7,4 Mrd. $ (+10 % gegenüber 2008)

 

In Ungarn beträgt die Wehrpflicht sechs Monate. Das Heeresbudget 2008 ist mit 1,1 Mrd. € (1,18 % des BIP) dotiert. Die Friedensstärke ist mit 33.500 Soldaten erreicht. Obwohl die Wehrpflicht noch in der Verfassung verankert ist, besteht die Armee seit November 2004 ausschließlich aus Berufssoldaten.
 
In Schweden betrug die Wehrpflicht sieben bis fünfzehn Monate. Das Heeresbudget 2008 war mit 38,6 Mrd. Kronen (4 Mrd. €; 1,18 % des BIP; 2009: 1,3 % des BIP) dotiert. Die Friedensstärke war mit 34.000 Soldaten erreicht. Eine Reform sollte bis 2007 die bisher 17 Kampfschiffe auf sieben reduzieren, statt sieben U-Booten nur noch
vier in Betrieb sein, die Kampfflugzeug-Divisionen von acht auf vier halbiert. Die Wehrpflicht blieb bis Juni 2010 bestehen, statt bisher 15.000 wurden nur noch 10.000 Wehrpflichtige einberufen, die Ausbildung von 11 auf 10 Monate verkürzt.
Im Juli
2010 kam es zur Abschaffung der Wehrpflicht. Ein Berufsheer von rund 20.000 hoch spezialisierten Soldaten wurde mit der Landesverteidigung und Auslandseinsätzen im Rahmen der NATO betraut.
 
In Norwegen beträgt die Wehrpflicht zwölf Monate. Das Heeresbudget ist mit 2,9 Mrd. $ dotiert. Die Friedensstärke ist mit 26.000 Soldaten erreicht.
 
Das neutrale Finnland bleibt bei der allgemeinen Wehrpflicht. Die Dienstzeit dauert 6 Monate. Mit einem Heeresbudget 2008 von 2,3 Mrd. € finanziert es eine 27.000 Mann-Armee, die Marine und die Luftwaffe (57 Kampfflugzeuge F/A 18). 

 

ATOMMACHT; 180 Atombomben. In Großbritannien gibt es eine Berufsarmee. Das Heeresbudget 2010 betrug 40 Mrd. £ (51,3 Mrd. $ 2,5 % des BIP)   Zollwertkurs BMF 1. 05. 2010: 1€ = 0,869 £ = 1,337 $
Die
Friedensstärke beträgt ~200.000 (Heer ~105.000 Mann, Royal Air Force ~45.000, Royal Navy ~40.000). Bis zum
Jahr 2015 wird eine neue Generation von Transport und Kampfmitteln beschafft: 2 Flugzeugträger (Kosten 7,8 Mrd. $) mit je 36 F-35 (von Lockheed Martin) + 4 weitere Flugzeuge, 6 "Astute"-Angriffs-U-Boote (Stückpreis 1 Mrd. €), 9 Zerstörer, Landungsschiffe für amphibische Aktionen, Eurofighter, Angriffshelikopter, weit reichende Präzisionsmunition, computergesteuerte Befehls- und Kontrollsysteme.
Die "HMS Astute" - Stapellauf 2007 - wurde 2009 in Dienst gestellt, Besatzung: 98 Mann, Länge: 97 m, Verdrängung: 7.800 t, Bewaffnung: Torpedos, Raketen, Marschflugkörper. Die Reaktorfüllung reicht über die gesamte Einsatzdauer (25 Jahre).
 
Budgetkürzungen könnten den vollwertigen Ersatz der Flugzeugträger "Ark Royal" (inkl. der zugehörigen "Harrier"-Jets außer Dienst seit Jän. 2011) und "Illustrious" (außer Dienst ab 2014) verhindern. Möglicherweise wird nur ein Flugzeugträger und ein Hubschrauberträger gebaut. Fertigstellung 2015. Eine Stornierung der Verträge käme teurer als die Baukosten von 6 Mrd. ₤. Die Trägerflugzeuge kommen erst 2019.
Die Modernisierung der "Trident"-Atomraketen wird auf 2015 verschoben.
Die Zahl der Soldaten wird bis 2015 um 17.000 auf 158.000 reduziert. 25.000 zivile Stellen werden gestrichen.

  
ATOMMACHT; 300 Atombomben. Das Heeresbudget für 2011 betrugt 43 Mrd. € (60,2 Mrd. $).
Die Landstreitkräfte umfassen 125.000 Berufssoldaten.
Stand 6/2008 Die Luftwaffe wird auf 50.000 und die Marine auf 44.000 Berufssoldaten reduziert.
Militärbudget für den Zeitraum 2009 - 2014 184,8 Mrd. € (230 Mrd. $  Kurs am 29. 10. 08  1 € = 1,25 $) beschlossen 10/2008.  Zukünftig wird das Heer über 8 Kampfbrigaden mit gesamt 250 Kampfpanzern, 650 Schützenpanzern, 80 Kampf- und 130 Transporthelikoptern verfügen.
Um immer einen Flugzeugträger im Einsatz zu haben, war der Bau eines zweiten Flugzeugträgers vorgesehen, Präsident Sarkozy verschob die Entscheidung darüber ans Ende seiner Amtszeit. Der gemeinsam mit Großbritannien geplante Katapultträger (60.000 t) soll über einen konventionellen Antrieb verfügen.
Derzeit besitzt Frankreich den atomar angetriebenen Träger Charles de Gaulle (Baukosten mehr als 3
Mrd. Euro). Der geplante Katapultträger soll über einen konventionellen Antrieb verfügen.
Zwei Lenkwaffenfregatten der Klasse Horizon - die "Chevalier Paul" und die "Forbin" (7.000 Tonnen Verdrängung und Stealth-Technik-Struktur) - werden 2009 bzw. 2010 in Dienst gestellt. Ebenfalls zwei Stück werden an den Projektpartner Italien geliefert.
Atomgetriebene U-Boote: 11, inklusive der 4 mit Atomraketen bestückte strategische Unterseeboote (deren jüngstes, die "Le Terrible", am 21. 3. 2008 von Stapel lief). Geplant sind 6 neue nukleargetriebene Jag-U-Boote.
Die Kampfflugzeuge werden auf 300 beschränkt, dazu zählen auch die 40 mit Atomraketen bewaffneten Kampfflugzeuge (2008 waren es noch 60). Typen: Rafale + Mirage 2000D
 
Nach den, von den afrikanisch-stämmigen Jugendlichen im November 2005 verursachten Unruhen, bedauerten Politiker aller Parteien die Abschaffung der Wehrpflicht mit dem Hinweis auf die integrierende Wirkung des Militärdienst.

 

In der Türkei gibt es Wehrpflicht. Dauer: 18 Monate. Das Heeresbudget beträgt 5,8 Mrd. $. Die Friedensstärke ist mit 515.000 Soldaten erreicht. Waffenimporte zwischen 2000 und 2004 im Wert von 3,3 Mrd. $.
Quelle: SIPRI Yearbook 2005
2009 bestellte die Türkei in Deutschland sechs U-Boote "U214" im Wert von 2 Mrd. €.
 
In Griechenland gibt es Wehrpflicht. Dauer: 12 - 15 Monate. Heeresbudget 2008: 5,2 Mrd. €. Die Friedensstärke ist mit 160.000 Soldaten erreicht. Waffenimporte zwischen 2000 und 2004 im Wert von 5,3 Mrd. $.
Im Zeitraum 2005 - 2009 zählte Griechenland weltweit zu den fünf wichtigsten Rüstungskäufern.
Quelle: SIPRI Yearbook 2005 + 2009
2000 hat Griechenland in Deutschland vier neue U-Boote und die Modernisierung dreier älterer Modelle in Auftrag gegeben. Bestellwert: 2,85 Mrd. €. Nach mehrjähriger Abnahmeverweigerung - Begründung: Qualitätsmängel - wurde am 2. 11. 2010 das erste U-Boot übernommen.
Verteidigungsbudget 2010: 7,8 % des BIP  Quelle: Griechisches Finanzministerium 6/11 bzw. 4,3 % des BIP für Rüstung  lt. OECD
Aufgrund notwendig gewordener Sparmaßnahmen wird ab 2011 das Verteidigungsbudget um 25 % gekürzt, die vorgesehene Beschaffung von 40 Kampfflugzeugen (Eurofighter?), sechs Fregatten (aus Frankreich) und 40 russischen Schützenpanzern auf unbestimmte Zeit verschoben.

 

ATOMMACHT; 60 - 80 Atombomben (Schätzung). Auch in Indien ist Wehrpflicht. Das Heeresbudget beträgt 11 Mrd. $. Die Friedensstärke ist mit 1.170.000 Soldaten erreicht.
2004 hat Indien für 974 Mio. $ den von Russland 1987 in Dienst gestellten, seit 1992 auf dem Trockendock
liegenden Flugzeugträger "Admiral Gorshkov" gekauft. Nach einer Generalüberholung in einer russischen Werft sollte das Schiff 2008 Indien übergeben werden. Inklusive 16 MiG-29K-Flugzeuge. 2009 verschoben die Russen die Auslieferung auf 2013. Auch beim Preis verlangten sie eine "Korrektur" auf 2,9 Mrd. $!
In den letzten 40 Jahren hat Indien für russische Waffen insgesamt 30
Mrd. $ bezahlt.
Vom russischen Kampfhubschrauber Mi-17 orderte Indien 2008 80 Stück, 2010 plante Indien den Kauf weiterer 59 Stück. Gesamtauftragsvolumen: 1,5 Mrd. €.
Beschaffungsprogramm bis 2010 bis 2022, Gesamtwert 100 Mrd. $, Schwerpunkte:
  • Kauf von 126 Kampfflugzeugen für 10 Mrd. $.
    Zur Wahl stehen: F/A 18-Super Hornet (Boeing), F-16 Super  Viper (Lockheed Martin), Rafale (Dassault), MiG 35 (Russland), Typhoon (Eurofighter), Gripen (Saab)
  • Für 197 Kampfhubschrauber + 12 schwere Transporthubschrauber sind 3 Mrd. $ budgetiert.
  • Die Marine darf sich auf 7 U-Boote + 12 Fregatten freuen.
  • Modernisierung der Artillerie: 2 Mrd. $

2009 verließ Indiens erstes selbstgebautes Atom-U-Boot das Trockendock. Nach Abschluss aller Tests wird es in drei bis fünf Jahren in Dienst gestellt. Für den Zeitraum 2010 bis 2019 wurde von Russland ein Atom-U-Boot geleast.

 
ATOMMACHT; 70 - 90 Atombomben. In Pakistan herrscht Wehrpflicht. Das Heeresbudget ist mit 2,7 Mrd. $ dotiert. Dazu kommen noch 2,9 Mrd. $ US-Militärhilfe. Die Friedensstärke ist mit 590.000 Soldaten erreicht.

 

In Nordkorea beträgt die Wehrpflicht 18 Monate. Das Heeresbudget ist mit 1,5 Mrd. $ dotiert. Die Friedensstärke ist mit 1.140.000 Soldaten erreicht, zusätzlich gibt es noch weitere 4.700.000 Reservisten. Nach eigenen Angaben im Besitz von ATOMBOMBEN. Nach eigenen Angaben 1. unterirdischer A-Bomben-Test am 9. 10. 2006
Südkorea vermutet, dass Nordkorea über acht Atombomben verfügt 1. 4. 09
Vier Raketentypen mit unterschiedlichen Reichweiten hat Nordkorea entwickelt und in mehreren Hundert Stück verfügbar: Rodong 1 (einstufig, Reichweite 1.000 - 1.300 km), Rodong 2 (einstufig, 2.000 km), Taepodong 1 (mehrstufig), Taepodong 2 (mehrstufig, Reichweite 4.000 - 10.000 km) kann eine Nutzlast bis zu 500 kg tragen.
Laut SIPRI Yearbook 2009 verfügen die Streitkräfte über 7.000 Kampfpanzer + gepanzerte Fahrzeuge, 18.000 Artillerie-geschütze, 63 U-Boote, 47 Kriegsschiffe, >600 Kampfflugzeuge.
 
In Südkorea beträgt die Wehrpflicht 21 Monate. Das Heeresbudget ist mit 13 Mrd. $ dotiert. Die Friedensstärke ist mit 690.000 Soldaten erreicht. Dazu kommen noch weitere 4.500.000 Reservisten. Nach Angaben von SIPRI 2009 verfügen die Streitkräfte über  6.000 Kampfpanzer + gepanzerte Fahrzeuge, 11.000
Artilleriegeschütze, 12 taktische U-Boote, 47 Kriegsschiffe, 490 Kampfflugzeuge.
Mit vorgetäuschten Krankheiten und Bestechung "befreit" sich die Oberschicht von der Verpflichtung. Präsident, Ministerpräsident und Vorsitzender der Regierungspartei leisteten keinen Militärdienst (12/2010)

 
Japan unterhält eine Berufsarmee mit 160.000 Mann. Lt. Verfassung darf das Verteidigungsbudget 1 % des BIP nicht überschreiten, was etwa 55 Mrd. $ entspricht, 2011 betrug es 53 Mrd. $.

 

ATOMMACHT; besitzt 240 Atombomben. In China gibt es eine selektive Wehrpflicht mit einer Dauer von 24 Monaten. Das Heeresbudget  wurde 2006 um 14,7 Prozent, 2007 sogar  um 17,8 Prozent auf 351 Mrd. Yuan erhöht. Nach ausländischen  Beurteilungen beträgt es in Wahrheit das Drei- bis Vierfache. SIPRI nannte für 2008 84,9 Mrd. $, für 2009 100,4 Mrd. $.
Eine offizielle Angabe war dem Budget 2008 zu entnehmen, dort werden dem Militär 57,8 Mrd. $ zugeteilt. Damit sollen die Streitkräfte technologisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Quelle: chinesisches Finanzministerium
 
Anfang 2009 veröffentlichte das Verteidigungsministerium ein Weißbuch, in dem die Rüstungsausgaben für das Jahr 2008 mit 61 Mrd. $ beziffert wurden. Ein Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 17,6 %.
Truppenstärke 2,3 Mio. Chinesisches. Verteidigungsministerium 20. 1. 2009
2009 gab Peking für das laufende Jahr eine Erhöhung der Militärausgaben um 14,9 % auf offiziell 56 Mrd. € (Zollwertkurs 3/2009: 1 € = 8,62 Yuan) bzw. 68 Mrd. $ bekannt.
Im Budget 2009 waren für das Militär 479,8 Mrd. Yuan und für die öffentliche Sicherheit 487 Mrd. Yuan  vorgesehen. Qu: chinesisches Finanzministerium
Am Volkskongress im März 2010 gab Peking für das laufende Jahr eine Erhöhung der Militärausgaben um 7,5 % auf offiziell  532,1 Mrd. Yuan (57 Mrd. € Zollwertkurs 3/2010: 1 € = 9,24 Yuan) bzw. 78 Mrd. $ bekannt. Wie schon in den Jahren zuvor schätzten ausländische Beobachter die Ausgaben auf das Doppelte.
Am Volkskongress im März 2011 gab Peking für das laufende Jahr eine Erhöhung der Militärausgaben um 12,7 % auf offiziell  601,1 Mrd. Yuan (66 Mrd. € Zollwertkurs 3/2011: 1 € = 8,89 Yuan) bzw. 88 Mrd. $ (Zollwertkurs 3/2011: 1 € = 1,35 $) bekannt.
SIPRI
schätzt die Ausgaben auf 114 Mrd. $.

Im Juni 2011 kündigte China die bevorstehende Fertigstellung des 1998 aus ukrainischen Beständen erworbenen, unvollendet gebliebenen Flugzeugträgers Warjag der sowjetischen Admiral-Kusnezow-Klasse an. Der Träger soll den Namen Shilang tragen und nur zu "defensiven Zwecken" eingesetzt werden.

1985 standen noch 4 Millionen Soldaten unter Waffen, nach mehreren Reduktionen war Ende 2005 die Friedensstärke von 2.300.000 Soldaten erreicht, eine weitere Verringerung um 200.000 vorgesehen.
Waffenimporte zwischen 2000 und 2004 im Wert von
11,7 Mrd. $. Quelle: SIPRI Yearbook 2005

 
In Taiwan beträgt die Wehrpflicht 24 Monate. Das Heeresbudget ist 2005 mit 10 Mrd. $ dotiert. Ein Sonderbudget von 15 Mrd. $ dient der Finanzierung von Waffenkäufen in den USA (Flugzeuge, U-Boote, Raketenabwehrsysteme). Die Friedensstärke ist mit 270.000 Soldaten erreicht. Reservestand: 1.650.000

 

ATOMMACHT; 80 - 100 Atombomben. Israelische Soldaten müssen drei Jahre dienen und danach bis zum 45. Lebensjahr jährlich einige Wochen Reservedienst leisten. Soldatinnen sind nur 21 Monate dienstpflichtig, zum Reservedienst werden sie bis zum Alter von 24 Jahren herangezogen. Mütter, verheiratete und schwangere Frauen werden freigestellt. Budget: 15 Mrd. $ (ca. 20 % davon US-Militärhilfe). Truppenstärke: 175.000; Reserve 430.000

 

In Spanien (Heeresbudget 2008 11,5 Mrd. €) gibt es seit 2001 eine Berufsarmee - Sollstärke 85.000. 2005 zählten die Streitkräfte nur knapp 70.000, 2008 waren es 80.000 davon 14.000 Frauen. Bei deren Einführung befürchtete das Verteidigungsministerium - zu Recht, wie sich herausstellte - einen Mangel an geeigneten Soldaten. Deshalb wurden die Hürden für den Eignungstest angepasst. Berufssoldaten müssen nur noch einen IQ von 85 erreichen (in Zeiten der allgemeinen Wehrpflicht war ein IQ von mindestens 90 gefordert). Damit können sie die technischen Anleitungen für ihre Waffensysteme möglicherweise gerade noch lesen. Beim Verstehen könnte es jedoch Probleme geben. Macht nichts, einfach probieren! 

Italien (Heeresbudget 2008 26 Mrd. €) schaffte 2005 die Wehrpflicht ab und stellte auf eine Berufsarmee mit einer Stärke von 190.000 Soldaten um.
Seit Jänner 2005 gibt es in
Tschechien (Heeresbudget 2008 1,9 Mrd. €) eine Berufsarmee. Nach Abschluss der Heeresreform soll die Truppenstärke 35.000 Soldaten betragen (1990 waren es noch 200.000!). Stand 2/2005: 22.000 (davon 10 % Frauen).

 

110 Mann ist die Truppenstärke der Berufsarmee des Vatikans. Als Soldaten werden nur katholische, unbescholtene Schweizer Staatsbürger mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Reifeprüfung eingestellt. Alter zwischen 19 und 34. Die Dienstzeit in der Schweizer Garde beträgt mindestens zwei Jahre.

 

13 Kampfgruppen in Bataillonsstärke wollte die EU bis 2007 aufstellen. Jede Einheit hätte 1.500 bis 2.000 Mann (Soldaten, Kampfunterstützung und Logistik) umfassen sollen und innerhalb von fünf bis zehn Tagen mobilisiert und eingesetzt werden können.
Österreich
überlegt die Abstellung von 200 Mann (Pioniere, Infanterie, ABC-Abwehr).

 

ATOMSPERRVERTRAG (Nuclear Non-Proliferation Treaty; NPT): 1970 in Kraft getreten und bisher von 189 Staaten ratifiziert. Als Abgeltung für den Verzicht auf Entwicklung von Atombomben wurde den Unterzeichnern das Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie zugesichert. Die damals fünf Atomwaffenstaaten (USA, SU, GB, F, China) verpflichteten sich, ihre Nuklearwaffenbestände auf lange Sicht vollständig abzubauen. Alle fünf Jahre findet eine Überprüfungskonferenz statt. Die Zahl der Staaten mit Atomwaffen ist seit 1970 gestiegen, weil Unterzeichner sich nicht an den Vertrag gehalten haben (Iran, Libyen), den Vertrag gekündigt haben (2003 Nordkorea) oder gar nicht beigetreten sind (Indien, Pakistan, Israel).
Die siebente Überprüfungskonferenz im Mai 2005 brachte zum Abschluss nicht einmal ein Schlussdokument mit inhaltlichen Erklärungen zustande. UN-Generalsekretär Annan war darob ganz böse und hielt den Teilnehmer vor, dass sie eine gute Gelegenheit verpasst hätten, die Sicherheit der Welt vor den vielen nuklearen Bedrohungen zu verbessern.
Die Unterzeichnung des 1996 entstandenen Vertrags über das Verbot von Atomwaffentests durch alle UN-Mitgliedstaaten wird nie erfolgen. Nicht einmal die Ratifizierung der bereits geleisteten 175 Unterschriften hat Aussicht auf Erfolg. 2005 waren mit der Ratifizierung noch elf Staaten, darunter die USA und China, säumig.

Im START-Vertrag, vom KONGRESS am 22. 12. 2010, von der DUMA am 25. 1. 2011 - jeweils mit Vorbehalten - ratifiziert, haben Russland und die USA die Reduktion ihrer "Strategischen Waffen" geregelt. Beide Staaten werden innerhalb von sieben Jahren einen Gleichstand ihrer atomaren Gefechtsköpfe auf jeweils 1.550 (Russland verfügte über 3.897, die USA besaßen 5.916 Stück) herstellen.

KONVENTION GEGEN ANTIPERSONENMINEN
Zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten sind 39 Staaten noch nicht beigetreten. Russland und Burma verwenden die Minen  weiterhin, die USA, Russland, China, Indien, Pakistan lehnen einen Beitritt ab, drei Beitrittsstaaten, Griechenland, Türkei, Weißrussland, verweigern die Vernichtung ihrer Lagerbestände. Folgenlos, denn Sanktionen sind nicht vorgesehen.
Minen gegen Panzer und Fahrzeuge fallen nicht unter den Vertrag.

 

PRIVATARMEEN

Private Militärunternehmen bieten weltweit ihre Dienste an. Sie übernehmen Sicherheitsaufgaben (Personen- und Objektsicherung), stellen Spezialisten für
militärische Sonderanforderungen (elektronische Kriegsführung und Wartungsaufgaben), Ausbildung von Armee- und Polizeitruppen, bewaffnete Flugbegleiter so wie Söldner für Kampfeinsätze und Friedensmissionen aller Art.
Wichtige Anbieter militärischer Dienstleistungen: MPRI www.mpri.com, CACI www.caci.com, TITAN www.titan.com,
GROUP 4 FALCK A/S www.group4falck.com, ...

Weltgrößter Sicherheitskonzern ist die schwedische SECURITAS.
An zweiter Stelle folgt die englisch-dänische
GROUP 4 SECURIOR, 2004 aus dem Zusammenschluss der dänischen GROUP 4 FALCK und der englischen SECURIOR entstanden. 430.000 Mitarbeiter in 100 Staaten erzielten 2006 einen Umsatz von 4,3 Milliarden £ (6,3 Milliarden €) und einen Gewinn von 96 Millionen £ (141 Millionen €).

Das Montreux-Dokument (verabschiedet und mit den Unterschriften von 17 Staaten versehen am 16. 9. 2008) enthält Regelungen betreffend

  • den Einsatz von Sicherheitsfirmen
  • die wichtigsten Bestandteile in den Verträgen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer
  • die Auswahl von Sicherheitsfirmen
  • die Vergabe von Lizenzen an diese
  • Kontrolle der Einsätze von Sicherheitsfirmen

 


Blackwater

T. Canopy
Das Sicherheitsunternehmen Blackwater wechselte im Feber 2009 Namen und Logo, nachdem sich einige seiner Mitarbeiter im Irak nach dem Motto "erst schießen, dann fragen" gebärdet hatten. Neuer
Name: XE Services. (Erneute Umbenennung im Dezember 2012 auf Academi.)
Der Relaunch war für die US-Regierung allerdings kein Grund, den Vertrag mit Blackwater/XE über den 6. Mai 2009 hinaus zu verlängern.
Sie beauftragte das Sicherheitsunternehmen Triple Canopy mit dem Schutz ihrer Mitarbeiter im Irak ab dem 7. Mai 2009.
In Pakistan durfte Blackwater/XE noch bis Dezember 2009 seine Arbeit fortsetzen. Dann kündigte auf Wunsch der  pakistanischen Regierung die CIA den Vertrag.
Auftragsvolumen der US-Regierung an Blackwater: 2001 0,7 Mrd. $;  2006 593,6 Mrd. $

Bis Ende 2010 waren in Afghanistan mit Genehmigung der Regierung 52 private Sicherheitsfirmen mit 40.000 bewaffneten Mitarbeitern tätig. Danach mussten sie sich der afghanischen Polizei unterstellen oder ihre Arbeit beenden.
Dazu kamen weitere 37 private Sicherheitsfirmen mit 26.000 bewaffneten Mitarbeitern, die im Auftrag der US-Regierung - ohne afghanische Genehmigung - ihre Arbeit verrichteten.

 

So nebenbei:
Im 1855 erschienenen Band 1 des Deutschen Wörterbuches der Brüder Grimm steht als Erklärung beim Wort
ARMEE, f. it. armata, sp. armada, ein mit dem feind überall vorgedrungnes, völlig entbehrliches Wort, das unsere Sprache längst mit heer und haufen hätte zurückschlagen sollen.

 

POLITIK        KRIEG        STAATSVERTRAG        NEUTRALITÄT