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Ihr seht nicht wohl, Signor Antonio; / Ihr macht Euch mit der Welt zu viel zu schaffen: / Der kommt darum, der mühsam sie erkauft.

WELTHANDEL

"Der Kaufmann von Venedig"  SHAKESPEARE


MÄRKTE       Bilder: WEBSCHOOL

GATT
 

Im Rahmen der UNO sollten nach dem Zweiten Weltkrieg für eine multinationale Wirtschaftszusammenarbeit drei Organe geschaffen werden: der Internationale Währungsfonds (IMF), die Weltbank und die International Handelsorganisation (ITO). Letztere konnte nicht verwirklicht werden, weil der US-Kongress seine Zustimmung verweigerte. Als Ersatzlösung entstand ein Vertragswerk, das GATT.
Beide sind wir am selben Tag geboren, im Unterschied zu mir hat das GATT (Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen) sein Leben am 31. Dezember 1994 beendet. Glück gehabt. Für einen Vertrag, der über ein Provisorium nie hinaus kam, eine beachtliche Geltungsdauer. Von anfangs 23 wuchs die Zahl der Vertragspartner auf 95. 90 % des Welthandels wurden nach GATT-Regeln abgewickelt. Die GATT-Nachfolgerin WTO brachte es bis 2005 auf 148 Unterzeichnerstaaten.

 

30. 10. 1947



 
  23 Staaten  - Australien, Belgien, Brasilien, Burma, Canada, Ceylon, Chile, China, Cuba, Tschechoslowakei, Frankreich, Indien, Libanon, Luxemburg, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, Südrhodesien, Syrien, Südafrika, United Kingdom, USA - unterzeichnen in Genf das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT und beenden erfolgreich eine erste Verhandlungsrunde, die 45.000 Zolltarifbestimmungen erfasst.
01. 01. 1948   GATT tritt auf provisorischer Basis in Kraft
1949   Zweite Verhandlungsrunde beschließt 5.000 Zolltarifbestimmungen.
1950   Dritte Verhandlungsrunde beschließt 8.700 Zolltarifbestimmungen.
1955   Vierte Verhandlungsrunde beschließt Zolltarifbestimmungen betreffend ein Handelsvolumen von 2,5 Milliarden US$.
1960-1962   Fünfte Verhandlungsrunde beschließt 4.400 Zolltarifbestimmungen über ein Handelsvolumen von 5 Milliarden US$.
1964-1967   Sechste Verhandlungsrunde mit einem Abbau der Zolltarife um 50 %, Zolltarifvereinbarungen über ein Handelsvolumen von 40 Milliarden US$. Das GATT wird um ein Kapitel erweitert (Kapitel IV: Handel + Entwicklung)
1973-1979   Siebente Verhandlungsrunde beschließt einen durchschnittlichen Zolltarifabbau auf die Industrieprodukte der neun wichtigsten Industrieländer von 7 % auf 4,7 %.
1986-1993 Achte Verhandlungsrunde beschließt Regelungen zu den Gebieten Agrar, Textil, Dienstleistungen und des Urheberrechts. Ein weiterer Zollabbau um durchschnittlich 38 % wurde vereinbart.
30. 10. 1987 95 Staaten unterschreiben die GATT-Regeln.

 

Viele Regierungen, auch von Unterzeichnerstaaten, haben die GATT-Vereinbarungen ignoriert oder umgangen um ihre nationalen Unternehmen zu schützen und zu bevorzugen. Mit diskriminierenden Handelsbeschränkungen und unangemessenen Subventionen "entschärften" manche Staaten das GATT. Hauptsächlich betroffen davon die Sektoren Landwirtschaft und Textilien. Bereits im Gründungsvertrag hatten sich die USA ein Sonderstellung auf dem Landwirtschaftssektor ausbedungen. Im Laufe der Jahre gelang es weiteren Staaten speziell auf ihre Wünsche abgestimmte Regelungen zu erreichen. Sie setzten mengenmäßige Importbeschränkungen, gesundheitsrechtliche Bestimmungen, sicherheitspolitische oder umweltpolitische Vorgaben, ... durch. Das gelang deshalb so gut, weil der Text des GATT so allgemein gehalten war, dass er vielfältige Interpretationen zuließ.
Beispielsweise enthielt er keine Definition für den Begriff "Entwicklungsland". Der Staat, der behauptete eines zu sein, war eines. Für Entwicklungsländer galten Sonderregelungen, die ihnen höhere Zolltarife erlaubten.

Wichtigste Bestimmungen des GATT waren die

  • Meistbegünstigungsklausel: alle Vorteile, die einem Handelspartner eingeräumt wurden, mussten auch für alle anderen GATT-Unterzeichner gelten            und das

  • Prinzip der Inländerbehandlung: ausländische Produkte, die regulär eingeführt wurden, mussten gleich behandelt werden, wie entsprechende inländische Erzeugnisse.

 

Butter oder Kanonen? - das ist nicht die Frage.
Wer genug Kanonen hat, wird auch genug Butter haben. Zarko Petan

 


Hamburger Hafen   Bild WEBSCHOOL

WTO
 

Ist die Nachfolgeorganisation des GATT. Die Gründungsverträge wurden im April 1994 unterzeichneten und traten am 1. Jänner 1995 in Kraft. Gründungsmitglieder: 81; Mitgliederstand nach dem Beitritt der Kapverden im Juli 2008: 153, darunter 33 der ärmsten Entwicklungsländer. Unter den noch etwa 30 Beitrittsbewerbern ist Russland der wirtschaftlich bedeutendste. Von 1993 bis Juni 2009 dauerten die Beitrittsverhandlungen. Dann zog Russland als Einzelstaat seinen Antrag zurück und stellte als Mitglied einer Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan einen neuen.
Bei den Abstimmungen herrscht Konsenspflicht, d. h. gegen den Willen auch nur eines Mitgliedstaates kann kein Beschluss gefasst werden! Das hat sich aber noch nicht bis zu den Bürgern der einzelnen Staaten durchgesprochen. Daher fällt es den Politikern leicht, für unangenehme Maßnahmen, die nur mit ihrer Zustimmung beschlossen werden konnten, die WTO verantwortlich zu machen. Der WTO gelangen endlich Regelungen für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Textilien zu erzielen und ihren Wirkungsbereich um "Dienstleistungen" und "geistiges Eigentum" zu erweitern. 

Oberstes Organ ist die Ministerkonferenz, in der die Handels- bzw. Wirtschaftsminister jedes Mitglieds eine Stimme haben. Die Konferenzen finden im Abstand von zwei Jahren statt. 

Seit 2001 verhandeln die WTO-Mitglieder über Subventionsabbau in der Landwirtschaft (das verlangen die Agrarstaaten von den USA und der EU), Senkung von Zollsätzen und Erleichterungen beim Zugang zu Dienstleistungsmärkten (Forderung der Industriestaaten und Indiens an die ärmeren Länder). Optimisten hofften auf einen Abschluss dieser neunten Welthandelsrunde (Dauha-Runde) mit Ende 2006, doch eine Einigung blieb in weiter Ferne. Schließlich fasste der WTO-Rat am 27. Juli den Beschluss, alle Verhandlungen auf unbestimmte Zeit auszusetzen. 

Inzwischen schließen die WTO-Staaten untereinander eigene Verträge ab. Mehr als 200 bilaterale und regionale Handelsabkommen gibt es schon. Besonders die USA vereinbaren immer neue Freihandelsverträge mit Einzelstaaten aus. Mit der selben Taktik versuchen sie auch den Internationalen Strafgerichtshof auszuhebeln. 

Als reif, uneigennützig und der Idee verpflichtet erweisen sich die Mitglieder bei der Wahl des WTO-Generaldirektors. Auch sie unterliegt der Konsenspflicht. Da kann es schon mal ein bisschen dauern. 1999 kam es erst nach monatelangem Streiten, Feilschen, Schmollen und Blockieren zu einem Kompromiss zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern: für die erste Hälfte der sechsjährigen Amtszeit übernahm der Neuseeländer Mike Moore die Funktion, dann folgte ihm der Thailänder Supachai Panitchpakdi. Für die Wahl des Nachfolgers (31. Mai 2005)  gab es Kandidatenvorschläge von Brasilien (den eigenen Botschafter), Uruguay (den eigenen Botschafter), den 79 Staaten der Afrika-Karibik-Pazifik-Zone (den ehem. Außenminister von Mauritius) und den Industriestaaten (ehem. EU-Handelskommissar).

Die bisherigen GATT- bzw. WTO-Generaldirektoren:
1948 - 1968  Eric Wyndham-White (GB) / 1968 - 1980  Oliver Long (CH) / 1980 - 1993  Arthur Dunkel (CH) / 1993 - 1995  Peter Denis Sutherland / 1995 - 1999  Renate Ruggerio / 1999 - 2002  Mike Moore (NZ) / 2002 - 2005 
Supachai Panitchpakdi / 2005 - 2013  Pascal Lamy (F) 

2005 bestätigte die WTO-Berufungsinstanz die Entscheidung, dass die Zuckersubventionen der EU das erlaubte Ausmaß überschritten und daher gegen die Welthandelsregeln verstoßen. Statt 499 Millionen Euro genehmigter Fördermittel für eine jährliche Exportmenge von 1,27 Millionen Tonnen Zucker hatte die EU 4,10 Millionen Tonnen mit mehr als 1 Milliarde Euro auf konkurrenzfähiges Preisniveau „hinuntersubventioniert“.
Transferieren wir die riesigen Zahlen in Privathaushaltsdimensionen, indem wir 499.000.000 € durch 1.270.000.000 Kilogramm dividieren. Als Ergebnis erhalten wir 39 Euro-Cent/kg Zucker Subvention! Das sind umgerechnet 52 Dollar-Cent. Auf dem
Rohwarenmarkt notierte Zucker in den Jahren 2002 bis 2004 zwischen 12 und 18 Dollar-Cent pro Kilogramm. Jedes Kilo EU-Zucker kostete die EU-Steuerzahler das Drei- bis Vierfache des erzielten Verkaufspreises.
 

Kritiker sind der Ansicht, dass die Arbeit der WTO keineswegs dem Wohle aller Menschen dient. Als erbittertster WTO-Gegner hat sich die 1998 in Frankreich gegründete Vereinigung ATTAC (Association pour la taxation des transactions financieres pour l'aide au citoyen / Verband für die Besteuerung von Finanztransaktionen zur Unterstützung des Bürgers) erwiesen. Sie organisiert an den Orten der WTO-Konferenzen Proteste und Demonstration. 

Seit 2001 verhandeln die WTO-Mitglieder über Subventionsabbau in der Landwirtschaft (das verlangen die Agrarstaaten von den USA und der EU), Senkung von Zollsätzen und Erleichterungen beim Zugang zu Dienstleistungsmärkten (Forderung der Industriestaaten und Indiens an die ärmeren Länder).
Diese Verhandlungsrunde begann in Doha, der Hauptstadt von Katar und wird deshalb als Doha-Runde bezeichnet.
Ein erfolgreicher Abschluss war auch 2006 nicht in Sicht. Nicht einmal ein Zusammentreffen von mehr als 60 Handelsministern in Genf (Juli 2006) konnte sich auf einen Kompromiss einigen.

Im Juni 2007 erklärte der EU-Handelskommissar Peter Mandelson die Verhandlungen als gescheitert. Indien und Brasilien warfen den USA unzureichenden Abbau der Agrarsubventionen vor, verweigerten aber ihrerseits eine Reduktion der Industriezölle. Der EU-Kommissar versprach eine Verminderung der Agrarzölle um die Hälfte, was ihm umgehend heftige Kritik des französischen Präsidenten Sarkozy einbrachte.
Im Juli 2008 berief Lamy ein WTO-Treffen in Genf ein und versuchte erneut
die Doha-Runde erfolgreich zu finalisieren.
Der Versuch scheiterte nach neun Tagen an der Unvereinbarkeit der Standpunkte.

Unabhängig davon schließen die WTO-Staaten weiterhin untereinander eigene Verträge ab. Mehr als 200 bilaterale und regionale Handelsabkommen gibt es schon. Besonders die USA vereinbaren immer neue Freihandelsverträge mit Einzelstaaten aus. Mit der selben Taktik versuchen sie auch den Internationalen Strafgerichtshof auszuhebeln.

2009 wurde Lamy für weitere 4 Jahre gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. Vielleicht ein Grund für den  erfolglosen Franzosen, die Erhöhung seines Gehalts (315.000 €  / Jahr) um 30 %  zu fordern. Gelang ihm auch nicht.

Weitere Wirtschaftbündnisse und Organisationen:

                           

AFTA (ASEAN Free Trade Association) www.aseansec.org  - Freihandelszone, gegründet 2002, von 6 Mitgliedstaaten des Verbands Südostasiatischer Staaten ( ASEAN)

ASEAN (Association Südostasiatischer Staaten) - gegründet August 1967 (Bangkok-Deklaration) von Thailand, Malaysia, Philippinen, Indonesien, Singapur. Dazu kamen später Brunei, Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar. Vom gesamten Außenhandel (2006: 1.443 Mio. $) entfällt nur ein knappes Viertel auf den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten.

APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit) gegründet 1989 - 21 Mitglieder: Australien, Brunei, Kanada, Chile,  Hongkong, VR China,  Indonesien,  Japan  Süd-Korea  Malaysia,  Mexiko,  Neuseeland,  Papua-Neugiunea, Peru, Philippinen, Russland, Singapur, Taiwan,  Thailand, USA, Vietnam
Auf die APEC-Staaten entfallen 41% der Weltbevölkerung und die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung.

CAFTA (Central American Free Trade Agreement - Zentralamerikanischer Freihandelsvertrag) gegründet 2005 - auf die Domain darf man gespannt sein, ist doch die naheliegende Adresse www.cafta.org von der Canadian Agri-Food Trade Alliance besetzt. Mitglieder der mit dem Vertrag begründeten Freihandelszone sind die USA, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Dominikanische Republik. 

CARICOM (Caribbean Community and Common Market) gegründet 1973  www.caricom.org  -  kommt seinen gesetzten Freihandelszielen nicht näher 

CEFTA (Central European Free Trade Agreement - Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen) gegründet 1992 von Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die Gründungsstaaten und die später beigetretenen Staaten Slowenien, Rumänien und Bulgarien sind anlässlich  ihres EU-Beitritts ausgeschieden. Es verblieben acht Vertragspartner: Kroatien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Moldawien, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo. Ziel: Zollabbau, Beseitigung von Handelsbarrieren. 

EFTA (Europäische Freihandelsassoziation) gegründet 1960  www.efta.int  -  eine Organisation, der im Laufe der Jahre die meisten Staaten in Richtung EU abhanden kamen. Den Anfang machten GB und Dänemark (1972), im letzten Fluchtpaket befand sich auch Österreich (1995). Verbliebene Mitglieder: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz 

EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) Gründung: 1. 1. 1994 - Alle EU-Staaten und drei EFTA-Staaten (außer CH) gehören ihm an. Ziel war die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen unter den Teilnehmerstaaten (freier Kapital-, Personen-, Güter- und Dienstleistungsverkehr). Als "Eintrittsgeld" (Kohäsionsbeitrag) sollten den EFTA-Staaten 500 Millionen ECU abgeknöpft werden. Zusätzlich hätten sie noch den "armen" EU-Staaten mit 3 % verzinste Kredite über weitere 1,5 Milliarden ECU zur Verfügung stellen sollen. Die Beträge verringerten sich schlussendlich um 25 Prozent, weil die Schweizer Bürger sich in einer Volksabstimmung gegen den Beitritt entschieden. 25 % wäre der Anteil der Schweiz gewesen. 

MERCOSUR (Mercado Comun del Cono Sur) gegründet 1991, in Kraft getreten 1995  www.mercosur.org.uy  - Mitglieder: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela (Aufnahmebeschluss: Juli 2006. Ratifizierung durch brasilianisches Parlament am 15. 12. 09. Ratifizierung durch das Parlament von Paraguay vielleicht 2010); Zollunion. Die gegenseitigen Verpflichtungen der Mitglieder werden nur eingehalten, solange sie nicht nationalen Interessen im Wege stehen. "Verpflichtungen im Rahmen des MERCOSUR sind einen Dreck wert" José  Mujica, uruguayanischer Landwirtschaftsminister.  Bolivien, Chile, Peru sind assoziiert. 

NAFTA (Nordamerikanische Freihandelsassoziationwww.nafta-sec-alena.org - zu ihr gehören Kanada, Mexiko und die USA. Das Handelsvolumen zwischen den drei Partner betrug 2006 845,5 Mrd. US$. Davon entfielen 59 % auf den Handel zwischen USA + Kanada, 38,5 % auf den Handel zwischen USA + Mexiko, der Rest betraf Kanada + Mexiko. Quelle NAFTA
In dem am 23. 3. 2005 von den Regierungschefs unterzeichneten Vertag über die Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand (PSW) sehen die NAFTA-Mitglieder auch eine Intensivierung ihrer politischen Zusammenarbeit vor. 

OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gegründet 1960 www.oecd.org, Nachfolger der 1948 gegründeten OEEC (Organization for European Economic Cooperation), die für die effiziente Verwendung der US-Hilfsgelder (Marshall-Plan; der Österreich-Anteil betrug 1 Milliarde) für das zerstörte Nachkriegseuropa zu sorgen hatte.
Die OECD analysiert jährlich die Wirtschafts- und Sozialpolitik der 31 (seit Mai 2010 34) Mitgliedstaaten und berät sie auch auf diesen Gebieten.

Mitglieder: Australien, B, Chile, DK, D, FIN, F, GR, GB, IRL, Island, I, Japan, Kanada, LUX, Mexiko, Neuseeland, NL, Norwegen, Ö, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südkorea, Tschechien, Türkei, Ungarn, USA. / Neu: Slowenien, Estland, Israel

Tankzug; aufgenommen von WEBSCHOOL am 20. 1. 2008; Bahnhof Wulkaprodersdorf
Tankzug mit Ölprodukten  Bild: WEBSCHOOL

Weitere INTERESSENGRUPPEN im Rahmen der WTO
 

G-4    
G-5
G-6    
G-7    
G-8    
G-10 
Brasilien, EU, Indien, USA
Gruppe der 5 wichtigsten Schwellenländer (China, Indien, Südafrika, Mexiko, Brasilien)
Australien, Brasilien, EU, Indien, Japan, USA
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA
G-7 + Russland
China, (Taiwan), Island, Israel, Japan, Liechtenstein, Mauritius, Norwegen, Südkorea, Schweiz
G-20

 

 
 

1999 beschlossen die G-7 Probleme periodisch in einem erweiterten Kreis zu besprechen. Die EU als Vertreter von "Rest-Europa" und 12 weitere "systemrelevante" Staaten wurden eingeladen:
G-8, G-5, Argentinien, Australien, Indonesien, Saudi-Arabien, Südkorea, Türkei, EU.
Die Zusammensetzung der G-20 ist durchaus willkürlich. Der Organisator des Treffens lädt nach seinem Gutdünken ein.
2009 trafen einander in London: G-8, China, Indien, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Saudi-Arabien, Indonesien, Mexiko, Australien, Südkorea, Spanien, Niederlande, Tschechien (als EU-Vorsitzender). Wie immer mit dabei: IWF + Weltbank
G-21

 

Die Agrarstaaten vertreten 70 % aller Bauern der Welt und 65 % der Weltbevölkerung: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Ägypten, Guatemala, Indien, Indonesien, Kuba, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Paraguay, Philippinen, Südafrika, Tansania, Thailand, Uruguay, Venezuela, Simbabwe
G-33

 


 

Antigua + Barbuda, Barbados, Belize, Benin, Bolivien, Botswana, China, Elfenbeinküste, Dominica, Dominikanische Republik, El Salvador, Grenada, Guatemala, Guayana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Jamaica, Kenia, Kongo-Brazzaville, Kuba, Madagaskar, Mauritius, Mongolei, Mosambique, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, Panama, Peru, Philippinen, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und Grenadines, Senegal, Sri Lanka, Südkorea, Surinam, Tansania, Trinidad und Tobago, Türkei, Uganda, Venezuela, Sambia, Simbabwe. Entwicklungsstaaten, welche ihre Importe möglichst erschweren möchten.
G-90 90 Entwicklungsländer, darunter 56 aus dem afrikanischen, pazifischen und karibischen Raum.
C-4 Cotton Four (Baumwoll-4); Benin, Burkina Faso, Mali, Tschad. Die vier afrikanischen Staaten fordern die
  Abschaffung der Subventionen, mit denen besonders die USA (unterstützt seine Baumwollfarmer jährlich mit  vier Mrd. Dollar) aber auch die EU und China den eigenen Baumwollanbau fördern.
GCC

 
Wirtschaftsgemeinschaft der sechs Golfstaaten - Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, VAE - , die für 20 % der Welterdölproduktion sorgen. Trat am 1. Jänner 2008 in Kraft. Freier Kapital- und Personenverkehr, freie Niederlassung und Berufsausübung. Bis 2010 Einführung einer Währungsunion.
...weiters gibt es noch Nama-11 (Argentinien, Brasilien, Ägypten, Indien, Indonesien, Namibia, Philippinen, Südafrika, Tunesien, Venezuela), Cairns-Gruppe (1986 in Cairns, Australien, gegründet: Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, Pakistan, Paraguay, Peru, Philippinen, Südafrika, Thailand, Uruguay), Agrarexportstaaten, verlangt den Abbau der Zollschranken für ihre Produkte, Gruppe für Tropenprodukte (Bolivien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Honduras, Guatemala, Nicaragua, Panama, Peru, Venezuela), ...

 

Das Abendland ist jener Teil der Welt, der westlich (bzw. östlich) des Morgenlandes liegt. Es wird größtenteils von Christen bewohnt, einem mächtigen Unterstamm der Hypokriten, dessen Hauptbeschäftigung Mord und Betrug sind, von ihnen vorzugsweise als KRIEG und HANDEL bezeichnet. Dies sind auch die Hauptbeschäftigungen des Morgenlandes.

Ambrose Bierce


Die größten
Welthandelspartner
Mrd $

  Exporte Importe
  2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
Warenhandel                            
EU - 25 (ab 2007 27) 3742 4042 4527 5314 5913     3817 4160 4743  5569 6268    
Deutschland       1327 1465           1059 1206    
USA 819 904 1037 1163 1301     1526 1733 1920 2017 2166 1900  
China 593 762 969 1218 1430     561 660 792 956 1133    
Japan 566 596 647 713 782     455 516 577 621 762    
Kanada 322 360 388 418 456     276 320 357 390 418    
Mexiko 189 214 250 272 292     206 232 268 297 323    
Schweiz         200             183    
Österreich       173 177           171 180    
Österreich in Euro         118 94           120 98  
                             
Dienstleistungshandel                            
USA 319 353 387 454 522     259 289 307 336 364    
Großbritannien 169 183 223 263 283     135 150 169 193 199    
Deutschland 126 143 164 197 235     191 199 215 245 285    
Frankreich 108 114 112 130 153     95 103 108 120 137    
Japan 94 107 121 136 144     134 136 143 157 166    
Italien 85 93 101 109 123     80 92 101 117 132    
Spanien 84 91 100 127 143     53 65 77 97 108    
China 59 81 87 127 137     70 85 100 129 152    
Niederlande 72 75 82 91 102     72 69 78 89 92    
Schweiz         74             37    
Österreich         62             42    

 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, WTO www.wto.org


Österreichs Handelspartner %-Anteil Quelle: statistik.at, bmwfj

  Exporte   Importe
  2006 2007 2008 2009 2010   2006 2007 2008 2009 2010
                       
Deutschland 31,8 30,0 29,7 31,0  

Deutschland

42,5 41,6 40,5 40,1  
Italien 8,7 8,9 8,6 8,1   Italien 6,7 6,9 6,9 6,7  
USA 5,8 5,0 4,4 4,2   Frankreich 3,7 3,2 3,1 3,1  
CH 4,1 3,9 3,8 4,5   China 3,5 4,0 4,2 4,6  
Frankreich 4,0 3,6 3,8 3,9   USA 3,3 3,3 2,9 2,7  
GB 3,6 3,5 3,2 3,0   CH 3,3 3,7 4,2 5,7  
Ungarn 3,3 3,5 3,6 3,1   Tschechien 3,1 3,2 3,6 3,5  
Tschechien 3,1 3,6 3,7 3,6   NL 2,9 3,0 2,8 2,8  
Spanien 2,7 2,9 2,4 2,2   Ungarn 2,4 2,5 2,7 2,3  
Polen 2,2 2,6 2,8 2,5   Russland GB 2,2 2,0 2,1 1,7  

 

Die Kapazität der weltweit verfügbaren Frachter und Tanker überstieg 2007 erstmals die Milliarden-Tonnen-Grenze. Die Hälfte davon wird von den führenden Seefahrt-Nationen Griechenland, Japan, Deutschland, China kontrolliert. Nicht immer unter deren Nationalflagge, denn aus Kostengründen sind viele Schiffe in Panama, Liberia und Bahama registriert.
1/3 des Seehandels entfällt auf Rohöl und Erdölderivate.
95 Prozent des weltweiten Warenverkehrs (knapp 8 Mrd. Tonnen pro Jahr) werden auf dem Seeweg abgewickelt.
Die Welthandelsflotte bestand am 1. 1. 2010 aus 46.948 Schiffen.
Zwei Kategorien von Frachtschiffen transportieren diese Gütermenge:
  • Massengutfrachter (Bulker, Bulkcarrier; deren wichtigste Frachten sind Eisenerz und Kohle)
  • Containerschiffe

Sie sind begehrte Beuteobjekte von Piraten, die in den letzten Jahren zunehmend die Seewege entlang der Küsten von Ländern mit geringer staatlicher Autorität bedrohen. Das International Maritime Bureau (IMB) zählte 2003 weltweit 445 "erfolgreiche" oder abgewehrte Angriffe auf Schiffe. 2006 waren es nur noch 239, 2007 stieg die Zahl auf 264,  2008 weiter auf 293 (vor den Küsten ihrer Länder sorgten somalische und nigerianische Piraten für 49 Kaperungen und zusätzlich Überfälle auf weitere 46 Schiffe), 2009 406 (davon 217 durch somalische Piraten).
Neben den Piraten profitieren auch die Versicherungen. Reeder zahlen für eine Entführungs- und Lösegeldversicherung 10.000 bis 20.000 Euro pro Schiff und Route. Durchschnittliche Lösegeldforderung 2010 10 bis 12 Mio. € pro Schiff, tatsächlich bezahlt wurden 3,5 bis 4 Mio. €.

Ein Fahrt durch den Suez-Kanal kostete im Jänner 2009 für ein Frachtschiff 600.000 $.
Die Tagesmiete für einen Tanker (Fassungsvolumen 200.000 bis 320.000 t) betrug im Jänner 2010 60.500 $,  im Mai 2010 31.500 $ Spot-Markt-Preise

3.900 Containerschiffe kreuzten 2007 über die Meere. Das waren um 12 % mehr als 2006.
Das erste Containerschiff verließ 1956 den Hafen Newark (New Jersey), sein Ziel war Houston (Texas).
1966 legten die ersten Containerschiffe in Europa an.
Das größte Containerschiff der Welt, die dänische "Emma Maersk" kann 13.000 Container aufnehmen. Stand 2008
 

Die Weltwirtschaft begab sich im Herbst 2008 auf Talfahrt. Schiffskapazitäten lagen brach, die Mieten fielen. Ein 2000-TEU-Containerschiff (2000 Stellplätze für Standardcontainer á 20 Fuss, Twenty Food Equivalent Unit - etwa 6m lang und je 2,5 m hoch und breit), war schon für eine Tagesmiete von 15.000 $ zu bekommen. Die vier Jahre davor  musste das Doppelte und mehr bezahlt werden.
Paralleles Preisverhalten beim einzelnen Container. Kosten für den Transport von Europa in die USA: 2007 2.000 $, Anfang 2009 500 $.
Containerumschlag 2008: 600 Millionen
1.300 Bestellungen für Containerschiffe lagen Ende 2008 vor (Auftragswert: 62 Mrd. $). Davon sollten bis Ende 2009 271 ausgeliefert sein; jedes mit 4000 oder mehr TEU.
Im März 09 waren 4.690 Containerschiffe mit 12,5 Mio. TEU registriert. Davon blieben 1,5 Mio. TEU ungenutzt. Quelle: AXS-Alphaliner
Der Harpex (Index für Container Charterraten) stürzte auf ein Zehnjahres-Tief.

Massengutfrachter traf es genauso. Das Chartern eine Frachters der Capsize-Klasse (>100.000 dwt = deadweight  Tragfähigkeit) kostete im Juli 08 pro Tag 95.000,- $, Ende November 5.000,- $.
Für neuwertige Frachter mussten im Juli 120 Mio. $ bezahlt werden, Ende November nur noch 50 Mio. $.
Fünf Jahre alte Gebrauchtfrachter kosteten im Juli 2008 90 Mio. $, im Juli 2010 40 Mio. $.
Fünf Jahre alte Gebrauchtcontainerschiffe kosteten im Juli 2008 65 Mio. $, im Juli 2010 37 Mio. $.

Der Baltic-Dry-Index (BDI, wird täglich an der Baltic Exchange in London ermittelt) bildet die Preisentwicklung der Frachtkosten für Rohstoffe (Kohle, Erze, Getreide) ab. Als im Sommer 08 die Rohstoffe ihren Preisgipfel erreichten, zogen sie aufgrund der enormen Nachfrage nach Transportraum auch den BDI auf bis dahin nie dagewesene 11.800 Punkte. Am 5. Dez. 08 war der Allzeit-Tiefpunkt mit 663 Punkten erreicht, bis Juli 09 ging es wieder aufwärts: 4.000 Punkte, Oktober Absturz auf 2.000, November Verdopplung auf 4.200, Mai 2010 4.300, Juli 2010 2.000.

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